Kreistag setzt deutliches Zeichen - Grüne haben aber mit weiteren Anträgen kein Glück
Klares Nein zu Fracking

Landrat Andreas Meier vereidigte in der zweiten Kreistagssitzung die Kreisräte Thomas Schopf von den Freien Wählern aus Grafenwöhr und Dr. Volker Wappmann von der FDP/UW (vorne, von rechts) aus Vohenstrauß. Beide Neulinge waren in der ersten Zusammenkunft im Mai verhindert gewesen. Bild: Steinbacher

Bei sämtlichen Anträgen zur Geschäftsordnung blitzten die Grünen am Montagnachmittag im Kreistag ab, mehr Glück hatten sie beim Fracking: Einmütig wendet sich das Gremium in einer Resolution gegen diese umstrittene Gas- und Öl-Fördermethode.

Angesichts der Brisanz des Themas könnte laut Grünen-Fraktionsschef Klaus Bergmann der Kreistag mit der Entschließung ein deutliches Zeichen setzen, "dass wir eine derart risikobehaftete Technik, welche die natürlichen Lebensgrundlagen für unsere Bürger gefährdet, in unserem Landkreis nicht dulden".

Auch wenn im momentanen Stadium nur Erkundungen angestellt würden, ein profitorientiertes Wirtschaftsunternehmen wie Rose Petroleum werde kaum auf die Ausbeutung eines möglichen Öl-/Gas-Lagers verzichten, begründen die drei Grünen Kreisräte ihren Vorstoß. Die Tiefbrunnen des Zweckverbandes zur Wasserversorgung der Steinwaldgruppe befänden sich größtenteils im Raum Schwand. "Somit wäre unser aller Trinkwasser in höchstem Maße gefährdet, sollte die Fracking-Technik im Weidener Becken zum Einsatz kommen.

Der Energiewende im Weg

In der Erklärung lehnt der Landkreis Fracking zur Gewinnung fossiler Energieträger grundsätzlich ab, weil mit damit unkalkulierbare Risiken für Mensch und Umwelt verbunden seien. Der damit verbundene Einsatz von umweltgefährdenden Chemikalien bedrohe unser Grund- und Trinkwasser.

Weiter heißt es in dem Papier:

Die weitere Erschließung und Ausbeutung fossiler Rohstoffe zur Energiegewinnung behindert die Energiewende mit dem Ziel "100 Prozent erneuerbare Energien".

Wir stellen fest, dass es bisher weder in Bayern noch auf Bundesebene ein konkretes Verbot von Fracking gibt.

Wir fordern daher die bayerische Staatsregierung auf, die bereits vorliegende Gesetzesinitiative Schleswig-Holsteins zur Änderung des Bergrechts im Bundesrat zu unterstützen und damit möglichst schnell Fracking mit wassergefährdenden Substanzen in Deutschland zu verbieten.

Außerdem erwarten wir die umfassende und vollständige Offenlegung aller Informationen zu bereits in Bayern stattgefundenen Erkundungen.

Wir fordern darüber hinaus, dass keine weiteren Erkundungslizenzen, insbesondere für den Landkreis Neustadt/WN, durch die bayerische Staatsregierung vergeben werden."
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