30.06.2005 - 00:00 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Landkreis hat nur noch 100 480 Einwohner - Neustadt/WN verliert am meisten Aderlass setzt sich fort

Der Abwärtstrend bei der Bevölkerungsentwicklung hat sich zwar verlangsamt, gestoppt ist er allerdings nicht. Im ersten Halbjahr 2004 verlor der Landkreis 309 Einwohner, in der zweiten Hälfte 2004 waren es immerhin noch 144. Damit wackelt allmählich auch die 100 000er-Marke.

von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Das sind die aktuellsten Zahlen des Statistischen Landesamts. Eine eindeutige Tendenz, dass Gemeinden wegen ihrer Lage, ihrer Wirtschaftskraft oder ihrer Bautätigkeit besonders viele Zuzügler anziehen, oder im umgekehrten Fall Bürger verlieren, gibt es nicht. Bestes Beispiel ist das prosperierende Weiherhammer. Obwohl es erst in den letzten beiden Jahren mit dem "Oberen Weiher" und "Am Bildbaum 7" zwei Baugebiete ausgewiesen hat, verlor die Gemeinde 39 Einwohner.

"So genau kann ich auch nicht sagen warum", zuckt Bürgermeister Werner Windisch in einer ersten Reaktion mit den Schultern. "Aber wir haben schon jede Woche eine Beerdigung", vermutet er demographische Gründe. Zudem könne es sein, dass im Ortsteil Kaltenbrunn der Wechsel von US-Army-Angehörigen für hohe Fluktuation sorgt.

In Pleystein liegen die Ursachen eher auf der Hand, erklärt Bürgermeister Hans Walbrunn. Er führt den Verlust von 30 Bürgern auf die Sterblichkeitsrate im Seniorenheim "Am Kreuzberg" zurück.

Andere Teile des Landkreis-Ostens, früher der äußerste Rand der westlichen Welt, haben offenbar an Attraktivität gewonnen. Eslarn oder Waidhaus legten gegen Ende 2004 mit 32 beziehungsweise 15 Neubürgern zu. Auch einige Orte, die nahe Weiden über Bauland verfügen, steigerten ihre Einwohnerzahl. Siehe Irchenrieth oder Mantel. Und besonders Parkstein: Mit einem Plus von 29 ist die Kommune am Basaltkegel Spitzenreiter. Auffallend dabei: Neues Bauland mit 94 Parzellen hat der Ort erst 2006 wieder zur Verfügung.

Doch auch abgelegenere Gemeinden wie Püchersreuth wachsen erneut. Ganz altmodisch, mit einer positiven Geburtenentwicklung, steigerte Etzenricht seinen Stand. Abwärts ging es mit alten Industriestandorten wie Windischeschenbach, Altenstadt/WN und besonders Neustadt/WN.

Auch die Stadt Grafenwöhr musste erneut Einbußen hinnehmen. Sie kann allerdings auf eine Wende durch die Ansiedlung einer neuen US-Brigade hoffen. Gleiches gilt für Kirchenthumbach.

Die beiden kleinsten Gemeinden konnten sich behaupten. Kirchendemenreuth und Schlammersdorf hielten ihre Einwohnerzahl nahezu konstant. Vohenstrauß als größte Stadt des Kreises, geriet nach einem Zuwachs um zwölf Frauen, Männer und Kinder in der ersten Jahreshälfte 2004 erneut ins Trudeln. Zwischen Juni und Dezember verlor die ehemalige Kreisstadt wieder 13 Personen.

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