01.06.2004 - 00:00 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Mickisch referiert zum Thema "Kindern Grenzen setzen" "Erziehen heißt Eingreifen"

von Gerhard SteinerProfil

Rund 80 interessierte Eltern kamen auf den Felixberg, um sich wertvolle Erziehungstipps zu holen. Im Rahmen des Schulentwicklungsprogramms der Grundschule hatte der Elternbeirat Diplomsozialpädagogen Josef Mickisch eingeladen, der über das Thema "Kindern Grenzen setzen" referierte.

"Es gibt kein Patentrezept in der Erziehung", erklärte Mickisch. "Es geht nicht, fehlerfrei zu erziehen, aber machen Sie lieber Fehler, bevor Sie überhaupt nichts tun. Wenn sich das Nichtstun der Eltern häuft, dann haben sie einmal ein Problem, wenn das Kind zwölf Jahre alt ist."

Eltern seien auf nichts so schlecht vorbereitet, wie auf die Erziehung von Kindern. Bei Schwierigkeiten sollte man sich daran erinnern, dass man selbst auch einmal Kind war. 80 Prozent der eigenen Erziehung werde ungefiltert an die Kinder weitergegeben. Erste Probleme träten auf, wenn die Eltern dem Kind etwas erklären wollen, aber dieses etwas ganz anderes mache. Den Mädchen und Jungen gelinge ein positives Verhalten besser, wenn sie dies durch eigenes Tun erfuhren, so das Aufräumen des Kinderzimmers. Äußerst wichtig seien auch Rituale, wie zum Beispiel jeden Morgen mit dem Kind ins Bad zu gehen.

Weiterhin müssen Eltern eine gewisse Konsequenz zeigen. Angedrohte Strafen müssten auch in die Tat umgesetzt werden, betonte der Referent. Besser aber wäre positives Verhalten durch Lob zu verstärken. Weiterhin forderte Mickisch auf, die Sprösslinge mit in anfallende Arbeiten einzubeziehen und ihnen Aufgaben im Tagesablauf zu übertragen. "Denn das Kind lebt nicht im Hotel ,Papa und Mama'." Es müssten ihnen aber dabei Fehler zugestanden werden, denn Kinder brauchten Zeit, um zu lernen.

Wichtig sei, dass sich Eltern in den Grundsätzen der Erziehung austauschen, denn Kinder entdeckten sehr schnell etwaige Differenzen und nutzten dies geschickt zu ihrem Vorteil aus, erklärte Mickisch. "Erziehen heißt Eingreifen", aber dafür hätten Eltern immer weniger Zeit und überließen dies den Lehrern, bedauerte er. Elternbeiratsvorsitzende Jutta Kastl dankte dem Redner für den interessanten und kurzweiligen Vortrag.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.