26.04.2005 - 00:00 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Neustadt und Weiden weiter uneinig über künftigen Sparkassen-Sitz - Spekulation über ... Fusion rückt in weite Ferne

von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Wenn zwei dasselbe wollen, könnte erst einmal nichts daraus werden. So jedenfalls hat es Gerd Werner im Gefühl: "Ich glaube eine Dreier-Fusion ist bis 31. August nicht mehr realistisch." Dieses Fazit zieht der Verwaltungsratsvorsitzende der Vereinigten Sparkassen nach dem Gespräch mit den Spitzen der Kreditinstitute aus Weiden, Tirschenreuth und Neustadt am Montag.

Damit könnte die Bilanz des zukünftigen Instituts nicht mehr rückwirkend zum 2. Januar 2005 in Kraft treten. Ein neuer Anlauf wäre erst nächstes Jahr möglich. Beim Sitz der zukünftigen Großsparkasse "bewegt sich nichts", räumt Werner ein. Sowohl Weiden als auch Neustadt/WN beanspruchen ihn für sich. Viele Eckpunkte seien bereits geklärt. Der Teufel stecke aber in anderen Details. So wollen die Bürgermeister der zwölf Gewährsträgergemeinden der Vereinigten Sparkassen verlässliche Aussagen zu Arbeitsplätzen oder Gewerbesteueranteilen in ihren Orten.

"Der Landkreis Neustadt hat es da mit zwölf Partnern schwerer, als Tirschenreuth mit fünf Gewährsträgern und Weiden mit einem", sagt Werner. Die Neustädter hätten sich indes mit der Forderung nach mehr Gewicht in der zukünftigen Zwecksverbandversammlung schon Gehör verschafft. Sie akzeptieren es nicht, dass von 72 Mitgliedern des Zweckverbands nur 26 aus dem Landkreis mitentscheiden dürften. Die Stimmen würden anders gewichtet, da die Vereinigten Sparkassen 55 Prozent der wirtschaftlichen Stärke in ein fusioniertes Unternehmen einbrächten, erklärt Werner. Schwieriger sehe es beim Aufsichtsrat aus. Über dessen Zusammensetzung würde erst nach den Kommunalwahlen im Frühjahr 2008 entschieden. Das sei Bedingung der Gemeinden. Die Neustädter haben es offenbar gar nicht eilig. "Wir können uns ein Zusammengehen auch erst zum 1.1. 2006 vorstellen", sagt der Bürgermeister der Kreisstadt. Das heißt, eine Einigung hätte Zeit bis weit ins nächste Jahr. Tirschenreuth verspüre dagegen mehr Druck. Aus steuerlichen Gründen würden die Nachbarn im Norden ihr Minus aus dem Immobiliengeschäft als Verlustvortrag heuer noch gern im neuen Unternehmen geltend machen.

Daher scheint Werner eine Zweierfusion in diesem Jahr nicht ausgeschlossen: "Tirschenreuth wird Gespräche sowohl mit Weiden als auch mit Neustadt suchen."

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