Pfarrer Joseph Greil 81-jährig gestorben - Beerdigung am Freitag in Viechtach
Seelsorger mit viel Humor

So kannten ihn die Gläubigen: Pfarrer Joseph Greil war stets gut gelaunt. Der humorvolle Geistliche Rat ist am Sonntag im Alter von 81 Jahren im Caritas-Altenheim nach langer Krankheit gestorben. Bild: sr (Foto: Thomas Schaller)

"Die Guten sterben an einem Sonntag", hat Pfarrer Joseph Greil immer gesagt. Und der liebe Gott hat seinen Wunsch erhört: Am späten Sonntagnachmittag erlöste er ihn von seiner langen Krankheit. "Er ist ganz friedlich eingeschlafen", berichtet Alexandra Haberl, die Leiterin des Caritas-Alten- und Pflegeheims St. Martin, wo der Seelsorger seit 2008 liebevoll betreut wurde.

Seine letzten Monate waren für den Geistlichen Rat noch einmal eine schwere Prüfung. Der 81-Jährige war ans Bett gefesselt und konnte nicht mehr sprechen. Laut Haberl war er aber bis zuletzt aufnahmefähig. Dank der guten Versorgung durch die Palliativstation im Neustädter Krankenhaus musste er keine Schmerzen leiden.

Eine Institution

Greil gehörte zu den bekanntesten und beliebtesten Geistlichen in der Region. Für ihn stand immer der Mensch im Vordergrund. So hat er auch ein Wort des heiligen Paulus als Leitspruch für seine seelsorgerliche Arbeit ausgewählt: "Wir wollen nicht Herren eures Glaubens sein, sondern Diener eurer Freude."

Nach der Priesterweihe 1957 kam der gebürtige Viechtacher, der immer wieder gern in seine Heimat im Bayerischen Wald zurückkehrte, als Kooperator nach Neustadt. In der Kreisstadt wurde er zu einer Institution. Mit seiner menschlichen Art verstand er es, sich schnell Freunde zu machen. Der Priester engagierte sich bei der Kolpingsfamilie und bei der DJK. Bis 1966 war er in der Pfarrgemeinde tätig, dann wurde er als Religionslehrer an den Realschulen Neustadt und Weiden eingesetzt - bis zum Ruhestand. Ab 1983 war Greil Altenheim-Seelsorger.

Zu Fuß auf den Fahrenberg

Unvergessen sind seine Wochenend-Wanderungen von Neustadt zum Fahrenberg, wo er über viele Jahre die bekannte Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung betreute. Auf dem Distelberg, dem Viechtacher Hausberg, lockte der humorvolle Geistliche mit seinen Bergmessen jährlich zahlreiche Gläubige an. Für diesen Anlass entstand der Großteil seiner gereimten Predigten, mit denen er auch in Neustadt den Schlüssel zu den Herzen seiner Zuhörer fand.

Seine Werke, darunter auch Gedichte und Meditationen, füllten mehrere Büchlein. Als er im Jahr 2000 bei einer Generalaudienz in Rom dem Heiligen Vater sein Büchlein "Verse der Hoffnung" übergeben wollte, geriet er als "potenzieller Papst-Attentäter" in die Fänge der Schweizergarde. Der schlitzohrige Priester durfte aber sein Geschenk doch noch einem Vertreter des Heiligen Stuhls übergeben. Bekannt war der leutselige Geistliche Rat auch als "Bonbon-Pfarrer". Nach jeder Sonntagsmesse belohnte er die kleinen Gottesdienstbesucher mit Süßigkeiten. Nicht selten erzählte er nach dem Schlusssegen noch einen netten Witz. Unvergessen sind auch seine Auftritte als "Schönheitskönigin von Schneizlreuth".

Beisetzung im Familiengrab

Der begeisterte Sänger Greil, der jahrzehntelang den Männerchor Wildenau als erster Tenor verstärkte, war auch ein großer Fan der Musikschule Neustadt.

Die Beerdigung für Pfarrer Greil ist am Freitag in Viechtach, wo noch seine Schwester Brigitte Greil lebt. Sie und Greils Nichte Eva Spengler aus Regensburg haben den Patienten bis zuletzt im Altenheim in Neustadt besucht. Das Requiem beginnt um 14 Uhr in der Pfarrkirche St. Augustinus. Anschließend wird der Verstorbene im Familiengrab beigesetzt.
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