Störnsteiner Blasmusik meistert in der Stadthalle souverän selbst anspruchvollste Passagen
Mal bodenständig, mal virtuos

Blasmusik vom Feinsten hörten rund 600 Freunde böhmisch-mährischer Klänge beim Konzert der Störnsteiner Blasmusik unter der Leitung von Gerhard Träger. Selbst die schwierigsten Passagen spielten die Instrumentalisten in der ausverkauften Stadthalle äußerst präzise und werktreu. Als charmanter Conferencier erzählte Heribert Schubert viele Hintergründe zu den einzelnen Titeln.

Feurig ging es mit dem "Montana-Marsch" von Heinz Hermannsdörfer los. Stilistisch sauber waren die Tempo-Verzögerungen in der Einleitung des Stücks. Eine besondere Note verliehen der Komposition die gefälligen Tenorhorn- und Baritonsoli bei der Wiederholung. Präzise untermalt wurde der Klang von Andreas Träger an der Tuba. Signalhaft wirkten die Flügelhörner und Trompeten, wobei Schlagzeuger Thomas Treml mit seiner dezenten Untermalung der Komposition die richtige Ausdrucksweise verlieh.

Mit viel Schwung und trotzdem sehr melodisch servierte die Truppe aus Störnstein "Ein halbes Jahrhundert" aus der Feder von Ferry Rickenbacher. Der Mosch-Klassiker "Eine stille Stunde" durfte ebenfalls nicht fehlen. Mit glockenreinem Gesang erfreuten Elke Hackbarth und Gerhard Träger.

Raffinierte Polka

Über 120 Titel hat der im Saal anwesende tschechische Komponist Josef Thums aus Bischofteinitz geschrieben, dabei auch mehrere Titel für die Pilsener Philharmoniker. An diesem Abend spielte die Störnsteiner Blasmusik von ihm die Ziegelei-Polka und "Die zwölf Pilsener". In der zweiten Phrase der Polka für die professionellen Pilsener Bläser hat der tschechische Musiklehrer ein raffiniertes Bass-Solo mit Sechzehntel-Bewegungen eingebaut, das Andreas Träger auf der Tuba wunderbar zelebrierte. Mit interessanten Akkorden und synkopierenden Elementen warteten im zweiten Teil die Baritonisten Sonja Träger, Norbert Kraus, Bernhard Träger und Albert Träger sen., der Gründer des exzellenten Klangkörpers, auf. Beim tschechischen Solo-Walzer "Erwachendes Bächlein" von Zdenek Gurský waren Karl Beßenreuther an der Es- und die Brüder Libor und Petr Valecka an der B-Klarinette voll in ihrem Element. Gelungen fügte sich beim Slow "Gloria" Tanja Schemmel mit ihrer Trompete zu Berthold Winterl, während beim letzten Nachsatz der Tondichtung auch der Es-Saxofonist und der B-Klarinettist ihre Klangfarben wundervoll entfalteten.
Mit einem Bravourstück, das vor 40 Jahren bei keiner Nachmittagsveranstaltung von renommierten Kapellen fehlen durfte, dem "Bayrischzeller Lied" von Martin Staudacher, läutete die Gruppe den zweiten Teil ein. Josef Wolfinger erwies sich dabei als genialer Solist mit Pflugschar und Hammer.

Mit viel Elan und Pfiff interpretierte die Kapelle die Titel "Musikantenparade", "Goldene Musik" und "Musikantenlaune". Zunächst war bei der zweiten Komposition ein Schottisch eingebaut, während man im dritten Teil "Holzgeflüster" hörte. Ein Standardwerk unter Musikern ist das Potpourri "Wo die Wolga fließt" mit den Melodien "Säbeltanz", Das einsame Glöckchen", "Kalinka" und "Sehnsucht heißt das Lied der Taiga". Mit großartiger Fingerfertigkeit brachte Petr Valecka aus Pilsen auf seiner Klarinette mit Boehm-System den bekannten Czardas von Vittorio Monti zu Gehör.

Mosch-Klassiker als Zugabe

Als Gesangspaar brillierten Elke Hackbarth und Karl Beßenreuther bei der "Goldenen Hochzeitspolka". Die Posaunisten Hans Schwarz und Walter Götz glänzten bei der "Wastl"-Polka. Mit der Polka "Wenn der Tag zu Ende geht", lupenrein gesungen von Elke Hackbarth und Gerhard Träger, wollte sich die exzellente Blaskapelle verabschieden, aber ohne die Zugaben "Sehnsuchtsvolle" und dem Mosch-Klassiker "Egerland, Heimatland" durften die Interpreten nicht von der Bühne.
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