29.06.2005 - 00:00 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Volksbegehren lässt Bürger kalt - Beteiligung im Vergleich trotzdem Spitze G 9 endet als "G nein"

Die "Liebe zum Wald" reicht bei den Landkreisbürgern weiter als die Liebe zum neunstufigen Gymnasium. Beim Volksbegehren zur Forstreform hatten sie sich im Spätherbst 2004 mit 10,32 Prozent überdurchschnittlich stark in das Anliegen der Initiatoren eingemischt. Nur 2,1 Prozent oder 1599 Bürger wollten diesmal über G 8 oder G 9 mitentscheiden.

von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Die Betroffenen sehen es gelassen. "Ich habe nichts anderes erwartet", sagt Schulleiter Roland Jobst vom Gymnasium Neustadt/WN. "Man hätte es vielleicht anders aufziehen können und Nachbesserungen per Volksbegehren anstreben sollen, aber es nützt nichts, das Rad wieder zurückzudrehen." Konkret fallen Jobst sofort Verbesserungen bei Infrastruktur und Logistik für das G 8 ein: Mittagsbetreuung, bauliche Maßnahmen, feinere Abstimmung von Busfahrplänen.

Sein Eschenbacher Kollege Paul Lippert denkt ähnlich. Er sieht das Volksbegehren nicht als sinnlos an. Immerhin habe die Initiative Bewegung in die Politik gebracht. Lippert hält das achtstufige Gymnasium für "grundsätzlich richtig", es gebe aber noch viel zu tun. "Ich muss mir nur mein Fach Mathematik anschauen. Da sind schon noch Kürzungen im Stoff möglich."

Die Bürger zwischen Eslarn und Kirchenthumbach hat das nur bedingt interessiert. So verzeichnet Schlammersdorf gerade mal zwei Eintragungen, Kirchendemenreuth sieben. Der Landkreis ist zusammen mit Amberg-Sulzbach bei 2,1 Prozent Beteiligung dennoch Oberpfälzer Spitze. In gro-

ßen Flächenkreisen wie Cham oder Schwandorf wollten nur 0,9 beziehungsweise 1,1 Prozent der Stimmberechtigten von G 8 oder G 9 etwas

wissen.

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