Wer ehrenamtlich mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, braucht nun erweitertes Führungszeugnis
Zum Schutz der Minderjährigen

Die Jugendarbeit in den 38 Gemeinden des Landkreises mit etwa 700 betroffenen Vereinen wird sich neu definieren müssen, aber dann auch nach den Worten des stellvertretenden Landrates Andreas Meier eine neue Qualität erhalten. Alle neben- oder ehrenamtlich in der Jugendarbeit tätigen Personen brauchen zukünftig in der Regel ein erweitertes Führungszeugnis (eFZ).

Die Modalitäten erläuterte Kreisjugendamtschef Klaus Egelseer den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses. Nach seinen Worten geht es um die Umsetzung des Paragrafen 72 a Sozialgesetzbuch VIII. Dieser verlangt gerade mit Blick auf Sexualstraftaten ein besonderes Schutzbedürfnis von Kindern und Jugendlichen, die durch die Art, Dauer und Intensität des Kontaktes ein besonderes Vertrauensverhältnis zu Personen außerhalb der Familie aufbauen. "Ganz gleich, ob es sich nun um hauptberuflich, neben- oder ehrenamtliche Personen handelt."

Mit Augenmaß

Da seien in unseren 38 Gemeinden um die 700 Vereine betroffen, die "Jugendarbeit in Sport, Spiel und Geselligkeit" betreiben, erläuterte Egelseer. Entscheidend sei, dass der Kontakt zu Minderjährigen bestehe. Der Kontakt müsse aber schon von einer gewissen Intensität, Art und Dauer sein. Also eine einmalige Betreuung sei hier nicht gemeint. Mit entscheidend sei, dass die Jugendarbeit maßgeblich in irgendeiner Art und Form mit öffentlichen Mitteln gefördert werde. Der Begriff "maßgeblich" werde in den Richtlinien nicht auf einen Eurobetrag definiert. Für einen kleinen Verein könnten beispielsweise auch 100 Euro "maßgeblich" sein, damit er seine Arbeit erledigen kann.
Das beginnt dann wohl bei der Jugendarbeit in den Vereinen, und hier besonders bei den Sportvereinen, könnte auch die Feuerwehren betreffen, wird wohl auch für die Ferienprogramme der Gemeinden gelten und geht hin bis zum Schüleraustausch, wenn Eltern die Kinder aufnehmen. Jeder, der in diesen Bereichen tätig ist, muss das eFZ vorlegen.

Egelseer stellte heraus, dass der Gesetzgeber keinen Generalverdacht wolle. Das eFZ sei vielmehr ein Element für ein umfassendes Präventations- und Schutzkonzept. "Wir werden die Thematik mit Augenmaß angehen", versicherte der Beamte den Kreisräten. Hierfür stellte er dem Gremium ein "Landkreis-Konzept" vor. Dies beinhaltet einmal eine intensive Unterstützung der Vereine. Zudem wird man die Kommunen mit ins Boot holen, da man ja auch die Adressen von Vereinen brauche, die Jugendarbeit betreiben. Die Behörde werde Infoveranstaltungen in den Gemeinden für die Vereine abhalten. Dies alles mit dem Endziel, dass jeder unter das Kriterium der Jugendarbeit fallende Verein eine eigene Vereinbarung zur Verpflichtung des eFZ abschließt.

"Ein Haufen Papier"

"Das wird sicherlich ein Haufen Papier werden", erkennt der Leiter des Kreisjugendamtes. Stellvertretender Landrat Meier äußerte sich als Sitzungsleiter dahingehend, dass dies auch ein Qualitätskriterium der Jugendarbeit darstelle. Die Umsetzung müsse so unbürokratisch wie möglich erfolgen. Das Votum der Kreisräte für das Konzept war einstimmig.
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