26.07.2017 - 21:26 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Anlieger der Bahnlinie Regensburg-Hof können aufatmen Rechtsanspruch beim Schutz vor Bahnlärm

Frohbotschaft für die Oberpfälzer und Oberfranken: Die Anlieger der zur Elektrifizierung vorgesehenen Bahnlinie Regensburg-Hof haben einen Rechtsanspruch auf Lärmvorsorge. Die Finanzierung ist gesichert. Diese Zusagen machte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt am Mittwochabend in Neustadt.

"Ohne Elektrifizierung käme es nicht zu diesen Verkehrsströmen." Zitat: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt
von Clemens Fütterer Kontakt Profil

Dass Dobrindt nicht mit leeren Händen zu den eingeladenen Kommunalpolitikern aus Ostbayern kommen würde, zeichnete sich bereits im Vorfeld ab. Die Deutlichkeit überrascht dennoch.

Der CSU-Politiker erteilt dem Eisenbahn-Bundesamt die juristische Vorgabe, dass die Elektrifizierung des sogenannten "Ostkorridors Süd" einen "wesentlichen baulichen Eingriff" darstellt - und die alleinige Ursache dafür ist, dass das Verkehrsaufkommen massiv zunimmt: von derzeit 6 auf künftig 40 bis 58 Güterzuge am Tag. Von dieser "verkehrslenkenden Verlagerung" des Schienenverkehrs sollen in Zukunft vor allem der mitteldeutsche Ballungsraum Halle-Leipzig sowie die Ostsee-Häfen mit der Anbindung bis hinunter nach Passau profitieren. Der Lärmschutz, so die Zusage des Bundesverkehrsministers, fließt bereits in die anstehende Planfeststellung ein.

Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht (CSU) dankte dem "lieben Alexander" für diesen "großartigen Tag": "Weihnachten findet mitten im Sommer statt." Die Elektrifizierung führe zu einer substanziellen Verbesserung der Bahnlinie und begründe damit den Lärmschutz. Diese "juristische Vorgabe" durch den Bundesverkehrsminister unterstrich auch MdB Hans-Peter Friedrich. Auf Nachfrage unserer Zeitung wollte sich Dobrindt aber weder zu einem Zeit-Horizont für die Realisierung noch die etwaigen Kosten für den Lärmschutz ("der wird bezahlt") äußern.

Noch eine gute Nachricht für Ostbayern: Beim 1. Bayerisch-Tschechischen Bahngipfel in Furth im Wald verkündete Dobrindt, dass der Ausbau der Bahnstrecke von München nach Prag in den "vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes" gehoben werden soll. Ziel des Projektes ist es, die Fahrzeit von bisher sechs Stunden auf gut vier Stunden zu verkürzen. Die Kosten betragen bei 2 bis 2,5 Milliarden Euro. Bis spätestens 2030 soll das Projekt "zumindest begonnen" werden. Der Freistaat will dafür in Vorleistung gehen. (Seite 3)

Ohne Elektrifizierung käme es nicht zu diesen Verkehrsströmen.Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt

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