Bürgerversammlung in Neustadt
Bagger prägen Stadtbild

2017 geht als Jahr der Bauvorhaben in die Annalen der Kreisstadt ein. Zurzeit macht die Hierold Bau GmbH mit dem Abbruch des seit Jahren leerstehenden Gebäudes Bergmühlweg 10 und 12 Platz für zwölf Sozialwohnungen. Das 2,4 Millionen Euro teure Vorhaben wird sehr großzügig vom Freistaat gefördert. Bild: arw

Baustellen prägen in diesem Jahr das Bild der Stadt. Und auch in der Bürgerversammlung nimmt dieses Thema breiten Raum ein.

"Wie in der Medizin ist allzuviel ungesund, und in den vergangenen Monaten hatten wir eine Vielzahl von Straßenaufbrüchen, Hochbauten, Straßensperren, Umleitungen und manches mehr", sagte Bürgermeister Rupert Troppmann im Gasthof "Weißes Rössl" vor gut 40 Zuhörern, darunter Bauhofbeschäftigten und dem Stadtrat. Weitere Baustellen seien auch für 2018 geplant. So ist die Stadt derzeit damit beschäftigt, einen maroden Wohnblock am Bergmühlweg abzureißen. An gleicher Stelle werden dann Sozialwohnungen errichtet. Geschätzte Kosten: 2,4 Millionen Euro.

Schwierig werde die Situation am Kirchweihmontag, kündigte der Rathauschef an. "Der gerichtlich bestellte Sachverständige für die Schäden am Stadtplatz wird das Pflaster an fünf Stellen öffnen und sich den Unterbau anschauen." Der Verkehr werde mit einem Fahnerl von Hand geregelt - Behinderungen sind vorprogrammiert. Troppmann ist zuversichtlich, dass Ursachen und Verantwortliche für das Dauerärgernis festgestellt werden. Der Gehsteig in der Fabrikstraße soll am Dienstag asphaltiert werden und die Telekomarbeiten für die Internetkabel bis Anfang Dezember abgeschlossen sein.

Der Rathauschef sprach von einer starken Belastung durch den Verkehr. Fast die Hälfte davon sei selbst verschuldet. Der begeisterte Radfahrer appellierte an die Bevölkerung, alternative Fortbewegungsmittel im Blick zu haben. "Neustadt ist so kleinräumig, dass Schulen und Geschäfte in der Regel zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar sind." Ein E-Bike vom örtlichen Fachhändler sei das ideale Verkehrsmittel trotz der Hügel. Die neuen Ladestationen bei der Eisdiele "Gino" und an der Stadthalle könnten kostenlos benutzt werden.

Mit einem zeitlich begrenzten eingeschränkten Halteverbot wollte der Vorsitzende des Elternbeirats des Gymnasiums, Armin Aichinger, die Situation für Eltern verbessern, die ihre Kinder im Auto zur Schule bringen oder abholen. "Wir können das im Bauausschuss behandeln", sagte Troppmann zu. Doch es gebe insgesamt nicht genügend Stellflächen am Schulhügel. "Wir haben Gespräche mit allen Schulleitern geführt." Jede Bildungsstätte habe berechtigte Anliegen, warum gerade sie diese Stellflächen brauche. "Jede Beschränkung sorgt für neue Probleme." Man müsse warten, bis die im Bau befindliche Heizzentrale fertig sei. "Eltern sollen die Kinder unten aussteigen lassen. Die können nach oben laufen", empfahl der Rathauschef.

Rutschig sind derzeit die neuen Holzbohlen der Brücken am Bocklradweg. Der Antirutschbelag kommt erst im nächsten Jahr. Gitter als Belag sei schlecht für die vielen Skater und Hundepfoten, entgegnete Troppmann auf eine Frage von Helmut Gmeiner. Keine Chance hatte ein schriftlich eingereichter Antrag zur Anleinpflicht für Hunde in der gesamten Stadt. Auf Spielplätzen gebe es derartige Anordnungen, aber für die ganze Stadt sei sie nicht zulässig, informierte der Rathauschef.

Die Zahl der Einwohner schrumpft, blickte Troppmann in die Statistik. Das große Interesse am Baugebiet Rumpler III nähre die Hoffnung auf Zuzüge. Problem sei, dass es in der Stadt zwar Bauplätze gebe, Besitzer aber nicht bereit seien zu verkaufen. Mit einem Bauzwang könne man nur städtische Grundstücke belegen. Erfreulich nannte es der Bürgermeister, dass 2170 Neustädter einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen. "Noch nie waren es so viele." Die Zahl der geringfügig Beschäftigten ging auf 305 Personen zurück. "Die Arbeitslosenquote pendelt sich auf einem sehr niedrigen Niveau ein." Ende 2016 waren 178 Personen betroffen.
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