CSU will Nachfolger von Petra Dettenöfer noch im Januar küren
Stephan Oetzinger heißer Favorit

Stephan Oetzinger hat die besten Chancen, Petra Dettenhöfer im Bayerischen Landtag zu beerben. Der 32-Jährige ist Bürgermeister in Mantel, Fraktionschef der CSU im Neustädter Kreistag und stellvertretender Landesvorsitzender der Jungen Union. Bild: Schönberger
Politik
Neustadt an der Waldnaab
11.01.2017
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"Er hat meine 100-prozentige Unterstützung und mein Vertrauen, wenn er der Kandidat der CSU werden sollte." Zitat: Landrat Andreas Meier über Stephan Oetzinger

Der CSU-Kreisverband Neustadt drückt aufs Gas. Nach dem Verzicht der Landtagsabgeordneten Petra Dettenhöfer auf eine erneute Kandidatur will Landrat Andreas Meier noch im Januar einen Nachfolger küren.

Neustadt/Weiden. (ms) Wie es der Zufall wollte, tagte am Montagabend der CSU-Kreisvorstand im "Weißen Rößl". Petra Dettenhöfer, die zuvor bei den Oberpfalz-Medien ihren Verzicht auf eine erneute Kandidatur bei der Landtagswahl 2018 bekanntgegeben hatte (wir berichteten), informierte auch das rund 30-köpfige Gremium über ihren Rückzug aus der Politik als Folge ihrer schweren Erkrankung.

Kreisvorsitzender Meier kündigte an, bereits Ende Januar eine weitere Vorstandssitzung einzuberufen. Dann soll sich die Kreis-CSU schon auf einen Bewerber einigen.

Am Montag war auch der Weidener Bürgermeister und Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher dabei. Ihm sicherte der Landrat die volle Unterstützung der Neustädter CSU zu, sollte er sich wieder um ein Bezirkstagsmandat bewerben. Es sei Usus, dass die Landtagskandidatur an den Landkreis falle, wenn ein Weidener in den Bezirkstag möchte, und umgekehrt.

Am Dienstagabend wollte sich Meier mit dem Weidener CSU-Kreischef Stephan Gollwitzer treffen, um die gemeinsame Linie und den Zeitplan festzulegen. Der Weidener sagte aber aus dienstlichen Gründen ab. Geht es nach der Landkreis-CSU, wird der Landtagskandidat bereits im Sommer aufgestellt, damit sich dieser frühzeitig in Position bringen kann.

Vertrauen des Landrats

Auch wenn in der Kreisvorstandssitzung noch keine Namen für die Dettenhöfer-Nachfolge fielen, als heißester Anwärter gilt Stephan Oetzinger. Der Manteler Bürgermeister, Sprecher der CSU-Kreistagsfraktion und stellvertretende JU-Landesvorsitzende genießt hohes Ansehen in der Partei. "Ich halte ihn für absolut fähig für dieses Amt", spricht der Grafenwöhrer Gerald Morgenstern, stellvertretender Kreis- und Fraktionsvorsitzender, vielen aus der Seele. Auch der Landrat schätzt Oetzingers Arbeit als Bürgermeister und Fraktionsvorsitzender sehr. Er hält ihn in jedem Fall für einen sehr gut geeigneten Kandidaten. Meier: "Er hat meine 100-prozentige Unterstützung und mein Vertrauen, wenn er der Kandidat der CSU werden sollte."

Oetzinger selbst hält sich zurück. "Die Entscheidung liegt bei der Partei." Der 32-Jährige Historiker und Politikwissenschaftler ließ aber durchblicken, dass Landtagsabgeordneter eine "reizvolle und besondere Aufgabe" sei.

Eine andere, die immer wieder einmal genannt wird, ist Kreisrätin Andrea Lang (51). Die Rechtsanwältin aus Pleystein wollte sich ebenfalls nicht näher äußern, ist aber sicher, dass "wir zu einer einstimmigen Entscheidung kommen". Eine Absprache, nach der sie gegen Oetzinger nicht antreten werde, wollte sie nicht kommentieren. Solche Entscheidungen seien intern und vertraulich. Noch keine großen Gedanken hat sich nach Angaben von Tanja Schiffmann die Frauen-Union gemacht. Die Kreisvorsitzende und Parksteiner Bürgermeisterin sieht noch Abstimmungsbedarf. Ob sie selbst Interesse hat, dazu wollte die Juristin nichts sagen.

Weiden tagt heute

Und was macht Weiden? Kreisvorsitzender Stephan Gollwitzer sagte, er habe noch keine Gelegenheit gehabt, sich mit seinen Parteikollegen zu besprechen. Wolfgang Pausch, einer seiner Stellvertreter, verwies auf die Kreisvorstandssitzung heute Abend. Er meinte aber auch: "Es gibt überall gute Leute."

Klare Mehrheit bei NeustadtDer CSU-Kreisverband Neustadt hat am Montag in der Vorstandssitzung die Rahmenbedingungen dafür geschaffen, dass die Nominierung des Landtagskandidaten im Stimmkreis 309 Weiden vor den Sommerferien 2017 über die Bühne gehen kann. Vom 16. April bis 30. Juni haben die Ortsverbände die Möglichkeit, ihre Delegierten für die besondere Stimmkreisversammlung aufzustellen, die dann den Stimmkreisbewerber kürt.

Im Februar wird festgelegt, wie viele Delegierte der Kreisverband Neustadt (fast 3000 Mitglieder) und wie viele Weiden (650 Mitglieder) in die Nominierungsversammlung entsenden dürfen. Das Verhältnis ist etwa zwei Drittel zu einem Drittel. Frühester Termin für die Nominierung ist laut Landeswahlgesetz der 16. Juli 2017, 15 Monate vor der Landtagswahl.

Der Stimmkreis Weiden erstreckt sich auf das Stadtgebiet Weiden sowie die Altlandkreise Neustadt und Vohenstrauß. Der westliche Landkreis wurde bei der Landtagswahl 2013 dem Stimmkreis Tirschenreuth zugeschlagen. (ms)


Er hat meine 100-prozentige Unterstützung und mein Vertrauen, wenn er der Kandidat der CSU werden sollte.Landrat Andreas Meier über Stephan Oetzinger
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