Dieter Neubauer im Interview zum 70. Geburtstag
„Der Stadtplatz war eine Fehlentscheidung“

Dieter Neubauer sind seine 70 Jahre kaum anzusehen. Bild: Schönberger

Was, der wird 70? Jawohl, der wird am Sonntag 70. Flotte Klamotten, sportliche Figur, und das Haar fast eher blond als grau. Dieter Neubauer macht so gar nicht den Eindruck eines Seniors, der er wohl oder übel langsam wird. Dass er dies mit ungebrochenem Sportsgeist tut, verrät er im Interview mit Redakteur Friedrich Peterhans.

Sie waren 24 Jahre im Stadtrat. An was denken Sie gerne zurück, an was weniger?

Dieter Neubauer: Generell hat mir gefallen, dass ich an der Stadtentwicklung mitarbeiten konnte. Als Stichworte fallen mir dazu die Umgehung, die Stadthalle, die Baugebiete Rumpler I und II und die Stadtplatzsanierung ein. Weniger gut bleibt mir der neue Stadtplatz in Erinnerung.

Wie bitte? Sie haben doch auch für das Konzept gestimmt.

Das ist richtig, aber die Sanierung ist nicht so ausgefallen wie ich mir das vorgestellt habe.

Wie hätten Sie es sich vorgestellt?

Dazu möchte ich nichts sagen.

Aber die Wogen um den Stadtplatz sind doch inzwischen ziemlich geglättet.

Ich sage dazu nichts.

Was war Ihr größter Erfolg, was der größte Misserfolg während Ihrer politischen Arbeit?

Als Banker konnte ich im Finanz- und Prüfungsausschuss sowie bei Investitionen meine Erfahrungen einbringen. Ich habe zum Beispiel darauf gedrungen, dass wir bei Projekten wie der Stadthalle in Niedrigzinsphasen Geld aufnehmen und erst in finanziell starken Jahren wieder zurückzahlen. Dieses System der mageren und fetten Jahre hat sich bewährt.

Sie sind im ASV groß geworden als die Fußballer an die Tür zur Landesliga geklopft haben. Warum ist es seitdem mit dem Verein so bergab gegangen?

Ganz einfach: ohne Moos nix los. Außerdem überrollt der Profifußball die Amateurvereine. Es kommen doch kaum mehr Zuschauer, dann fehlt dir auch das Geld.

Kann sich Neustadt zwei so große Vereine wie den ASV und die DJK mit eigenen Anlagen leisten?

Da antworte ich als Banker: Es wird irgendwann zu Kooperationen kommen müssen.

Als Musiker sind Sie weniger bekannt, da stehen Sie im Schatten Ihrer Frau, des Zupfer-Moidls Waltraud.

Das macht mir nichts aus. Aber ich trete schon noch auf. Am Vorabend meines Geburtstags spiele ich mit der Oberpfälzer-Musikanten-Bigband im Tirschenreuther Kettelerhaus bei einer Firmenfeier.

Und wie feiern Sie?

Am Samstagvormittag treffe ich mich mit den Vereinsvertretern im ASV-Heim. Am Sonntag geht es um 11 Uhr beim "Weißen Rössl" los. Da kommen etwa 100 Gäste. Es gratulieren auch die Oberpfälzer Musikanten, um 14 Uhr spielt die OM-Bigband, danach die Neistedter Zoiglmusi, dann die Zupfer-Moidln, und am Abend kommt der Nikolaus.

Und was wünschen Sie sich?

Dass mir meine Fitness und Gesundheit erhalten bleiben. Deshalb habe ich mir auch ein E-Bike gewünscht.

Zur PersonDieter Neubauer vertrat die SPD von 1990 bis 2014 im Stadtrat. Auch als Sparkassen-Mitarbeiter ist der frühere Filialdirektor vielen bekannt. Zudem engagiert er sich stark beim ASV, wo er sich als zweiter Vorstand einbringt und die Tennisabteilung mitgründete. Als Kassenwart unterstützte er den OWV und die Kreisverkehrswacht. Er ist Träger verschiedener Ehrenzeichen für Verdienste um den Sport und des Ehrenzeichens des Ministerpräsidenten. Darüber hinaus ist Neubauer ein gefragter Musiker. Als Bassist verstärkte er diverse Gruppen, unter anderem die "Travellers", die Tanzkapelle "Joheiros", die Metroband, die Sigi-Demel-Band und die Fletz-Musik. (phs)
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