07.03.2018 - 16:38 Uhr
Neustadt an der Waldnaab

Discounter errichtet nach Abbruch und Neubau weiteres Geschäft Neuer Aldi plus Drogerie

Aldi bricht seine Filiale in Neustadt ab. Doch schon ein halbes Jahr später will der Discounter an gleicher Stelle in neuem Haus wiedereröffnen. Etwas später kommt dann ein langersehnter Nachbar.

Die Tage der Aldi-Filiale an der alten B 15 sind gezählt. Doch am gleichen Standort will der Discounter neu bauen und auf dem Areal noch ein weiteres Gebäude errichten und an eine Drogeriekette vermieten. Bild: Schönberger
von Uwe Ibl Kontakt Profil

"Ich bin wahnsinnig froh, dass wir nach Jahren der Suche einen Betreiber und einen Investor für einen Drogeriemarkt gefunden haben", sagte Bürgermeister Ruppert Troppmann. Über drei Bauanträge von Aldi hatte der Stadtrat am Dienstag zu entscheiden. Besonders der dritte mit dem Titel "Errichtung eines Einzelhandelsgeschäftes (Drogeriemarkt)" hatte es dem Rathauschef angetan. "Offiziell noch keine Äußerung", hieß es am Mittwoch zu den Plänen aus der Zentrale der Drogeriemarkt-Kette Rossmann im niedersächsischen Burgwedel.

"Seit Schlecker dichtgemacht hatte, mussten wir wegen jedem Safterl nach Weiden fahren", begründete Troppmann seine Freude über die Ansiedlung. "Wir hatten Betreiber und Firmen angeschrieben und stets abschlägige Antworten erhalten", berichtete er über die lange Zeit vergeblichen Bemühungen.

Aldi plant im Mai, die Filiale an der Tirschenreuther Straße abzubrechen - so die Genehmigung vom Landratsamt vorliegt, bestätigte Stefan Schmidl, Leiter Filialentwicklung bei Aldi in Regenstauf zu den gesamten Plänen. Im Spätherbst solle der auf 1200 Quadratmeter vergrößerte Neubau an nahezu gleicher Stelle fertig sein und der Verkauf wieder starten. Dann mache der Discounter mit dem Bau für die Drogeriekette weiter. Der entsteht links der weiterhin bestehenden Einfahrt. Dass es sich dabei um Rossmann handle, wollte Schmidl nicht bestätigen. Während der Bauphase werden die rund zehn Neustädter Mitarbeiter in umliegenden Filialen zum Teil auch als Urlaubsvertretung eingesetzt.

"Drogerie und Aldi sind eine gute Verbindung", sagte Schmidl. Man arbeite auch an anderen Standorten wie beispielsweise in Vohenstrauß mit Drogerieketten zusammen. Der Vertreter des Discounters sprach von einem attraktiven Konzept für Kunden durch das sich ergänzende Angebot. Im eigenen Markt setze man auf ein neues Ladenkonzept mit niedrigeren Regalen, breiteren Gängen und einer modernen Beleuchtung. "Wir gehen damit auch auf den demografischen Wandel ein."

Im Stadtrat nannte CSU-Sprecher Joe Arnold eine Drogerie als bedeutsam für ein Mittelzentrum wie Neustadt. Sie sei auch der am häufigsten geäußerte Wunsch zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) gewesen. "Gut, dass wir das unserer Bevölkerung anbieten können", signalisierte Hermann Schmid die Zustimmung der Freien Wähler.

Die SPD hätte die Drogerie gerne in der Innenstadt gesehen. Sprecher Achim Neupert begründete dies mit dem ISEK-Gutachten. Das empfahl beim Aldi-Areal von einer Ausweitung des Einzelhandels abzusehen und stattdessen die Innenstadt zu favorisieren. Weil das aber letztlich nicht möglich war, hatte auch seine Partei keine Einwände gegen die Lösung mit einem Standort in der Tirschenreuther Straße.

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