30.05.2017 - 21:00 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Fenstnahme überrascht Neustädter - SPD und CSU fordern hartes Durchgreifen gegen Islamisten "Freundlich und unauffällig"

München/Neustadt. (fku/paa) Mitten in der beschaulichen Kreisstadt: Die Nachricht von der Festnahme des 37-Jährigen hat in Neustadt/WN teils mulmige Gefühle ausgelöst. Bürgermeister Rupert Troppmann zeigte sich überrascht. "Es gab bei uns nie Anzeichen für islamistische Aktivitäten", erklärte er. Auch Anwohnern war der Festgenommene zuvor kaum ins Auge gefallen. "Recht unauffällig", immer "freundlich gegrüßt" - das sind die Dinge, die Nachbarn einfallen.

von Franz Kurz Kontakt Profil

Weidens Oberbürgermeister Kurt Seggewiß betont derweil, dass die islamistische Szene in der Region schon länger auffällig sei und deshalb auch weiter im Blick bleiben müsse. Wichtig sei in jedem Fall, dass durch den Verdächtigen zu keiner Zeit eine konkrete Gefahr für die Menschen vor Ort bestanden habe.

Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch lobt die gute Arbeit des Landeskriminalamts. "Dass das eine gemeinsame Aktion offenbar mit den österreichischen Kollegen war, zeigt mir, dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Europa sehr gut funktioniert", sagt der Generalsekretär der Bayern-SPD, der Mitglied im Innenausschuss des Bundestages ist. "Deutlich macht das aber auch, dass Hinterhof-Moscheen in Deutschland und eben auch in Bayern konsequent geschlossen werden müssen. Hassprediger und Dschihadisten müssen auch in Bayern den starken Arm des Staates spüren. Und immer dann, wenn das rechtlich möglich ist, festgesetzt werden."

Ähnlich äußert sich Bayerns Innenminister Joachim Herrmann: "Es handelt sich um Anhänger einer extremistisch-islamistischen Ideologie, die den bewaffneten Jihad als legitimes Mittel ansehen und bereits in Syrien an Kampfhandlungen teilgenommen haben", erklärte Herrmann. "Wir schöpfen alle rechtlichen Möglichkeiten aus, gefährliche Islamisten zu überwachen und aus dem Verkehr zu ziehen."

Gleichzeitig zeige der Zugriff, dass sich der föderale Aufbau der Sicherheitsarchitektur bewährt habe. Entscheidend seien die enge Zusammenarbeit des Verfassungsschutzes mit den weiteren Sicherheitsbehörden sowie wirksame Eingriffsbefugnisse. Eine Zentralisierung der Verfassungsschutzbehörden der Länder lehne er ab. "Aufgrund der räumlichen Nähe können Landesbehörden beispielsweise regionale Gefahrenlagen eher erkennen und darauf schneller und flexibler reagieren."

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.