21.05.2017 - 20:00 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Führungswechsel beim CSU-Kreisverband Neustadt/WN: „Kein Rückzug, keine Flucht“

Für Andreas Meier ist es kein normaler Abend. Er gesteht den fast 200 Delegierten, dass er aufgewühlt sei. Doch die CSU ist mit dem Führungswechsel einverstanden. Sie geht mit großem Optimismus in die bevorstehenden Wahlen.

Stephan Oetzinger (vorne, Sechster von links) führt jetzt den 3000 Mitglieder starken CSU-Kreisverband Neustadt. Er löst Andreas Meier (Zweiter von rechts) ab. Als neue stellvertretende Kreisvorsitzende rückt Andrea Lang (vorne, Fünfte von links) für die Landtagsabgeordnete Petra Dettenhöfer (vorne, Zweite von links) nach. Neuer Kassier ist der erst 26-jährige Michael Schiller (vorne, Dritter von links). Bild: bgm
von Martin Staffe Kontakt Profil

Draußen regnet es am Freitagabend in Strömen, doch in der Stadthalle ist die Stimmung ausgezeichnet. Noch-Kreisvorsitzender Andreas Meier gibt zu, dass ihm die Rede für die Kreisvertreterversammlung Probleme bereitet habe. Lange Zeit sei er vor einem weißen Zettel gesessen. Dann scheint er doch die richtigen Worte gefunden zu haben. Nach seinem 20-minütigen Rechenschaftsbericht bekommt der Windischeschenbacher langanhaltenden Applaus.

Meier spricht über den Brexit, schildert die Ereignisse in der Türkei ("Ein Volk stimmt demokratisch für eine Diktatur") und in Amerika und den glücklichen Ausgang der Wahl in Frankreich. In diesen unsicheren Zeiten könne einem angst und bange werden. Es habe sich aber gezeigt, dass Europa ein Garant für Stabilität sei. "Wir brauchen keine Radikalen, keine Bündnisse mit rechten und Populisten. Wir brauchen aufgeklärte, engagierte Leute aus der Mitte, wie hier in der CSU."

Auch mit Blick auf den Führungswechsel im Kreisverband appelliert der Landrat an die Mitglieder, nicht nachzulassen in ihrem Engagement. Sein Wunsch: Junge Leute müssten mit einbezogen werden in die Verantwortung. "Liebe zur Heimat", gibt er als Motto aus.

Dann begründet der 39-Jährige noch einmal, warum er sich nach nur drei Jahren nicht mehr um den Kreisvorsitz bewirbt. "Das ist kein Rückzug, kein Hinwerfen, keine Flucht." Er sei auch nicht krank, wie er mehrfach angesprochen worden sei. Aber er habe 40 Ämter und Posten. Seit der Geburt seiner Tochter im August wolle er mehr Zeit für die Familie haben. "Ich hoffe auf Verständnis."

Meier schlägt als seinen Nachfolger Stephan Oetzinger vor. Trotz seines jugendlichen Alters von 32 Jahren sei der designierte Nachfolger von Petra Dettenhöfer im Landtag ein erfahrener, optimal vernetzter und profilierter Politiker mit einer großen Zukunft. Als Bürgermeister habe er bewiesen, "dass er das kann". Er sei engagiert und komme bei den Leuten an. Der Sprecher bat die Wahlmänner um ein kraftvolles, geschlossenes Votum für seinen Nachfolger.

Sie erfüllen ihm den Wunsch. Der neue Kreisvorsitzende vereint 191 von 194 Stimmen auf sich. "Ihr seid's narrisch", kommentiert Oetzinger sein Wahlergebnis. Auch wenn er nicht wie Meier vor drei Jahren 100 Prozent erhalten hat, 98,45 Prozent seien ein überwältigender Vertrauensbeweis. Das habe er bei der Jungen Union erst nach zwei Wahlen geschafft.

Der neue CSU-Chef appelliert an die Partei, Geschlossenheit zu zeigen. In nur vier Jahren stünden vier Wahlen an. "Wir wollen gemeinsam mit den Bürgern die Zukunft unserer Heimat gestalten." Die CSU sei die federführende und gestaltende politische Kraft der nördlichen Oberpfalz. Er wolle sein ganze Kraft dafür einsetzen, diese Position noch weiter auszubauen. (Im Blickpunkt)Oetzinger neuer starker Mann

 

 

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