11.03.2018 - 20:00 Uhr
Neustadt an der Waldnaab

Größter Zuwachs im Jugendamt und im Sozialwesen Landkreis stockt Personal auf

Die Aufgaben, die auf den Landkreis zukommen, werden immer mehr und anspruchsvoller. Analog dazu steigt auch die Zahl der Beschäftigten, wie Personalchef Edmund Frummet am Donnerstag im Ausschuss für Personalangelegenheiten und Verwaltungsinnovation eindrucksvoll darstellte. Aktuell zählt das Landratsamt 251 Vollzeitäquivalente, das sind 20,7 mehr als noch vor einem Jahr.

Ausführlich erläutert Personalchef Edmund Frummet den Personalhaushalt. Bild: Hartl
von Martin Staffe Kontakt Profil

Ein Vollzeitäquivalent drückt aus, wie viel Arbeitszeit ein Vollzeitbeschäftigter vertraglich zu leisten hat. So werden beispielsweise Teilzeitarbeitsplätze ins Verhältnis zu einer Vollzeitbeschäftigung gesetzt.

Frummet schilderte die Entwicklung seit 2014. Beim Vergleich der Haushalte aller bayerischen Landkreise pro Einwohner belege Neustadt in der Oberpfalz mit 178,57 Euro einen Mittelplatz. Der Wert für Neumarkt liege bei 134,97, für Tirschenreuth bei 207,36 Euro.

Das sind in der Kreisbehörde die zehn Sachgebiete mit den größten Personalsteigerungen seit 2014:

Jugendamt: 2018 45,37 Vollzeitäquivalente, plus 17,53 Prozent

Sozialwesen: 24,54, plus 14,34 Prozent

Wirtschaftsförderung, Landkreisentwicklung: 16,96, plus 4,56 Prozent

Bodenschutz, staatliches Abfallrecht: 6,00, 3,15 Prozent

Haupt- und Personalverwaltung: 15,70, plus 3,02 Prozent

Jobcenter Weiden-Neustadt: 18,79, plus 2,80 Prozent

Gesundheits- und Veterinärwesen: 8,77, plus 2,76 Prozent

Informationstechnologien: 10,04, plus 2,46 Prozent

Ausländerrecht, Personalwesen: 7,59, 2,26 Prozent

Bauamt: 17,25, plus 2,03 Prozent.

Die Personalmehrung im Jugendamt führte der Abteilungsleiter in erster Linie auf die Einstellung von Jugendsozialarbeitern an Schulen, auf den gestiegenen Bedarf im allgemeinen Sozialdienst, aber auch auf die Betreuung der unbegleiteten minderjährigen Ausländer zurück. Zurzeit führe der Bayerische Kommunale Prüfungsverband eine Organisationsuntersuchung durch. Dabei werde auch der Personalbedarf unter die Lupe genommen.

Im Sozialwesen schlagen die Asylbewerber und Bürgerkriegsflüchtlinge zu Buche. Erwähnenswert sind unter anderem vier Hausmeister für die Betreuung der 67 dezentralen Unterkünfte mit 467 Asylbewerbern, aber auch 3,8 Stellen für den Vollzug der Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.

Im Sachgebiet Bodenschutz und Abfallrecht ist es das erklärte Ziel, bei den Industriebrachen (Bleikristallglasfabriken) in Neustadt, Altenstadt und Windischeschenbach) die Probleme schneller zu lösen. Das geht nur mit mehr Personal. Weil auch das Bauamt seit Jahren in der Kritik stehe, hat sich laut Frummet Landrat Andreas Meier dazu entschlossen, einen zusätzlichen Vollzeitbeamten einzustellen. Dieser soll für eine Beschleunigung der Verfahren sorgen. Zur Sorge Anlass gibt die Auswertung der Altersstruktur am Landratsamt. Der größte Teil der 396 erfassten Beschäftigten (123, 31 Prozent) ist zwischen 50 und 59 Jahre alt. Die Frauen sind mit über 55 Prozent in der Mehrzahl. Das weibliche Geschlecht sei immer stärker in Führungspositionen vertreten, stellte der Sachgebietsleiter fest.

Der Einstellungspflicht von Schwerbehinderten kommt der Landkreis vorbildlich nach. Die Beschäftigungsquote beträgt derzeit 10,58 Prozent, vorgeschrieben sind 5 Prozent. Die gesamten Personalkosten belaufen sich auf 18,89 Millionen Euro, das sind 967 000 Euro mehr als noch im Vorjahr. Für 610 060 Euro (63 Prozent) sind dafür Neueinstellungen ursächlich.

Stellvertretender Landrat Albert Nickl, der für den grippeerkrankten Landrat Meier die Sitzung leitete, stellte die Notwendigkeit heraus, junge Leute einzustellen. Zudem müsse der Landkreis für Aufstiegsmöglichkeiten sorgen. Der Ausschuss empfiehlt dem Kreistag, den Stellenplan so zu beschließen. Im Blickpunkt

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