19.04.2018 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Landtagsabgeordete Annette Karl und Helga Schmitt-Bussinger sprechen zu "100 Jahre ...: Frauen verändern die Welt

Zum Jubiläum "100 Jahre Frauenwahlrecht - Frauen verändern die Welt" lud Landtagsabgeordnete Annette Karl (SPD) zu einer Informationsrunde in die Stadthalle. Dazu begrüßte sie viele geschlechts- und parteiübergreifende Zuhörer aus Politik und Vereinen.

Mit einem Geschenk aus der heimischen Glasindustrie dankt Annette Karl (links) ihrer Kollegin Helga Schmitt-Bussinger. Bild: fsb
von Redaktion OnetzProfil

Karl erläuterte die historischen Vorgänge zum Frauenwahlrecht. Nach der Niederschlagung der Revolution von 1848 war Frauen politische Betätigung verboten. In der Folge gründeten sich bürgerliche Frauenvereine. Schon damals war eine Hauptforderung: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. 1891 nahm die SPD die Forderung nach einem allgemeinen Wahl- und Stimmrecht für Frauen in ihr Programm auf. Schließlich erlangten die Frauen in Deutschland durch die Novemberrevolution das aktive und passive Wahlrecht.

Die Frauenpolitik-Expertin und Landtagsabgeordnete aus Schwabach, Helga Schmitt-Bussinger, erinnerte an die Sozialdemokratin und Frauenrechtlerin Marie Juchacz, die am 19. Februar 1919 als erste Frau in der Weimarer Nationalversammlung eine Rede hielt und diese mit den Worten "Meine Herren und Damen" eröffnete. Nach dem Zweiten Weltkrieg sei es nicht selbstverständlich gewesen, die Gleichberechtigung in das Grundgesetz zu verankern. Als eine von vier Frauen im 61er-Gremium, den "Müttern des Grundgesetzes", war dies zum Großteil ihr Verdienst. Damit war formal die Gleichberechtigung erreicht, doch in der Realität hatte der Mann das Sagen.

Handlungsbedarf gebe es noch heute. In vielen Gemeinderäten sind Frauen nicht vertreten. Sie profitieren zwar vom Mindestlohn und der Frauenquote, doch ihre Benachteiligung ist deutlich, besonders auf dem Arbeitsmarkt. Schmitt-Bussinger forderte gutbezahlte Vollzeit-Arbeitsverhältnisse, gute Betreuungsangebote für Kinder und eine Qualitätsoffensive in den Kinderstätten, die Bildungseinrichtung sein sollten. Sie lobte die familienfreundliche Unternehmerkultur mancher Betriebe. Gewalt gegen Frauen spiele immer noch eine Rolle. Der Bedarf an Frauenhausplätzen in Bayern müsse verdoppelt werden, es herrsche Personalnot, sagte sie.

In der Diskussion gaben die Gäste den Parlamentarierinnen Impulse mit: eine Flexibilisierung der Lebensarbeitszeit, kostenlose Kinderbetreuung auch in der Ferienzeit, deutliche Erhöhung des Mindestlohns, Steigerung des Ansehens und der finanziellen Situation in Sozialberufen und die Einhaltung des Reißverschlussverfahrens bei den Listen zu Kommunalwahlen.

Karl forderte, dass Mann und Frau in der Familie ein Team sein müssten, und dies den Töchtern mit auf den Weg gegeben werden müsse. Zudem müsse Bürgern klargemacht werden, dass Frauen in kommunalen Gremien etwas bewirken können.

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