30.08.2017 - 20:00 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Nächste Runde beim Thema Stadtplatz Gutachter untersucht Pflaster

Der Stadtplatz und sein kaputtes Pflaster ist für die Stadt eine lange Geschichte. Jetzt ist ein Ende in Sicht. Zumindest bei der Frage, wer Schuld an den immer wieder auftretenden Schäden hat. Ein Gutachter sucht vor Ort nach den Gründen.

Arbeiten am Stadtplatz-Pflaster. Es wird aber nichts ausgebessert. Ein vom Gericht beauftragter Gutachter untersucht die Mängel. Am Ende soll geklärt werden, wer für die Schäden verantwortlich gemacht werden kann. Bild: jut
von Julian Trager Kontakt Profil

Denn keiner will schuld sein am kaputten Pflaster. Der Architekt nicht, und auch die Baufirma nicht. Bürgermeister Rupert Troppmann will vor allem eins: "Dass unser Stadtplatz gerichtet wird." Der, der die Verantwortung für die Schäden trägt, soll auch bezahlen. Die Stadt fordert Schadensersatz. Ein vom Zivilgericht beauftragter Sachverständiger schaute sich nun die Mängel genau an. Entscheiden, wer für die Fehler zahlen muss, wird ein Richter.

Das Aushängeschild der Stadt sollte der neue Stadtplatz werden, als er am 1. Mai 2012 feierlich eröffnet wurde. Das Wohnzimmer von Neustadt, in dem sich alle wohlfühlen. Auch nach über fünf Jahren ist das nicht uneingeschränkt der Fall. Kaputte Fugen und beschädigte Pflastersteine sorgen für Ärger. Seit Jahren wird immer wieder nachgebessert, repariert und saniert.

Am Mittwoch beschäftigten sich ab 10 Uhr wieder Männer in orangen und gelben Warnwesten mit dem Granitpflaster. Drei Mitarbeiter der Stadt stellten Pylonen auf. Der Stadtplatz war nur noch einspurig zu befahren. Arbeiter regelten den Verkehr. Autoschlangen bildeten sich auf beiden Seiten des Platzes. Im abgesperrten Bereich starrten zwei Herren mit Hut, die Gerichtsgutachter, auf beschädigte Pflastersteine.

Mit einer langen Wasserwaage, einem Meterstab und einem kleinen Messgerät überprüften sie das Pflaster. Wie breit sind die Fugen? Wie tief sind manche Steine eingesunken? Wie groß sind die beschädigten Stellen. Einer misst und fotografiert, der andere notiert. Jedes Detail wird aufgeschrieben.

Troppmann erklärt: "Die nehmen alle Schäden an Pflaster, Schieber und Fugen penibel auf." Das sei der erste Teil des Gutachtens. Der zweite folge später. "Dann werden die Sachverständigen das Pflaster öffnen", sagt der Bürgermeister. Wer letztlich schuld an den Schäden ist, sei ihm egal. Der Rathauschef möchte, dass der Platz repariert wird - und Schadenersatz. Troppmann betont: "Ein ganz normales Verfahren."

Er vergleicht die Situation mit einem Unfall: Zwei Autos krachen ineinander. Der eine Fahrer beschuldigt den anderen. Der behauptet das Gegenteil. Dann bestellt das Gericht einen Gutachter und entscheidet, anhand dessen Einschätzung, wer der Verursacher ist - und zahlen muss.

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