Nur Planungsbüro umstritten
Große Pläne für Grüngürtel an der Floß

Über den Grüngürtel zwischen den Firmen Nachtmann und Tritschler möchte der Stadtrat gerne ein Entwicklungskonzept stülpen. Damit könnte dort Wohnbebauung oder Gewerbe möglich werden. Bild: Schönberger

Ein Grüngürtel an der Floß mit neuen Betrieben oder Wohnungen, einem renaturierten Bach und Naherholung: So etwas würde allen Parteien im Stadtrat gefallen. Sie sind sich allerdings überhaupt nicht einig, wer die Pläne dafür erstellen soll.

Es geht um das Gelände zwischen der Teufelsinsel und dem Ende des Tritschler-Areals, erläuterte Bürgermeister Rupert Troppmann in der Sitzung am Dienstagabend. Wenn aus der Floßaue etwas ähnliches entstünde wie die Waldnaabaue im Westen, winke die Regierung der Oberpfalz mit stattlichen Städtebaufördermitteln. Ein weiterer Pluspunkt: Damit ginge eventuell auf den Altlastenverdachtsflächen der Firmen Tritschler und Osram endlich etwas voran. Dafür ist das Landratsamt zuständig, mit dem sich die Stadt abstimmen will.

Obendrein hat die Stadt nach Informationen aus dem Rathaus einen ansiedlungswilligen Betrieb aus der Umgebung an der Angel. Er bräuchte 20 000 Quadratmeter. Wer das ist, bleibt vorerst geheim. Die Firma will noch nicht aus der Deckung. Könnte man das Gebiet zwischen Nachtmann und der ehemaligen Bocklbrücke hinter dem Tritschler-Areal aber in ein städtebauliches Entwicklungskonzept einbinden, sei eine entscheidende Hürde für die Ansiedlung genommen, lautete der Tenor. Troppmann hat dazu bereits Gespräche mit Experten der Bezirksregierung geführt. Die haben sogar in Aussicht gestellt, 100 000 Euro für die Altlastensanierung umzubuchen und in das Entwicklungskonzept zu investieren. Die Fraktionen hörten das gerne, sie seien geradezu "elektrisiert", schwärmte CSU-Sprecher Josef Arnold.

Eher einen Kurzschluss löste aber der Vorschlag des Bürgermeisters aus, das Weidener Büro SHL um Emil Lehner mit dem Entwicklungskonzept zu beauftragen. "Ich weiß, dass jetzt Widerspruch kommt, aber es geht hier um Pläne, nicht um die Bauaufsicht. Und die Pläne von SHL bei unserem ISEK-Konzept sind bisher hervorragend."

SHL steht in Neustadt in der Kritik, weil viele dem Büro Schäden im Pflaster am neuen Stadtplatz ankreiden. Das ist jedoch bislang nicht beiwiesen. Troppmann brachte außerdem das Beispiel Krummennaab ins Spiel. Dort habe SHL das ehemalige Seltmann-Gelände überplant. "Ich habe mich bei meinem Kollegen Roth erkundigt. Die sind dort sehr zufrieden."

Ganz anders die SPD-Fraktion in Neustadt. Sie habe gegen SHL "ein ganzes Potpourri an Gründen", erklärte Sprecher Achim Neupert. Der wichtigste: "Wir können nicht mit einem Büro zusammenarbeiten, mit dem wir uns vielleicht bald wegen dem Stadtplatz gerichtlich auseinandersetzen müssen." Es werde doch auch noch andere Planungsbüros in Bayern geben. Das ist auch die Linie der Freien Wähler. Die CSU könnte sich zu SHL durchringen, räumte Arnold ein: "Wir hatten dazu eine lange und emotionale Diskussion." Die habe ergeben, dass in dem Büro die Kompetenz von Stadt- und Landschaftsplanern zusammenkomme, verteidigte der Fraktionschef seine Haltung: "Ich bin damit nicht bei allen auf Gegenliebe gestoßen, aber ich habe mich bei vielen Architekten im Umkreis von 50 Kilometern umgehört. Die meisten haben gesagt, nehmt SHL. Und andere Büros sind weit weg." "München ist bei einem Projekt in dieser Größenordnung doch nicht so weit", konterte Neupert. Zu einer Lösung fanden die Räte nicht, daher vertagte Troppmann das Thema bis zur nächsten Bauausschuss-Sitzung: "Ich bringe dann nochmal SHL ins Spiel. Alle die anderer Ansicht sind, sollten sich bis dahin überlegen, welche Büros das machen könnten. Die sollten aber zu uns passen."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.