17.10.2017 - 20:04 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Sozialdemokraten in der Nordoberpfalz stellen personelle Weichen SPD setzt voll auf Frauen

Die Sozialdemokraten in der Nordoberpfalz setzen bei der Landtags- und Bezirkswahl 2018 auf Frauen-Power. Alle vier Direktbewerber werden Frauen sein.

Das Bewerber-Quartett der SPD für die Landtags- und Bezirkswahl im nächsten Jahr: (sitzend, von links) Brigitte Scharf, Sabine Zeidler, Annette Karl und Friederike Sonnemann. Mit ihnen freuen sich Generalsekretär Uli Grötsch, Geschäftsführerin Gisela Birner und der Tirschenreuther Kreisvorsitzende Rainer Fischer (von links). Bild: Schönberger
von Martin Staffe Kontakt Profil

Für diese laut Gisela Birner, Geschäftsführerin des SPD-Bezirks Oberpfalz, in Bayern einmalige Situation haben die SPD-Kreisverbände Neustadt, Weiden und Tirschenreuth am Montagabend in Neustadt und Erbendorf die Weichen gestellt.

Nach Vorstandssitzungen präsentierten die Neustädter Kreisvorsitzende Annette Karl und ihr Tirschenreuther Kollege Rainer Fischer mit Generalsekretär Uli Grötsch in Neustadt die Bewerber-Riege. Karl sprach von einem guten Tag und einem Signal.

"Attraktives Angebot"

Grötsch, zugleich Chef des SPD-Unterbezirks Weiden-Neustadt-Tirschenreuth, erwartet 2018 einen enorm spannenden Wahlkampf. Er ist aber überzeugt, dass die Genossen mit ihrem "attraktiven Angebot in der Region gut aufgestellt" sind. Er sei schon ein bisschen stolz auf die Frauen-Riege.

Für das Landtagsdirektmandat geht im Stimmkreis Weiden-Neustadt (308) wieder Annette Karl ins Rennen. "Ich bin topfit und hochmotiviert", sagte die 57-jährige Neustädterin. Sie sei seit zehn Jahren im Maximilianeum und wolle sich in München weiter für die Wirtschaft und für Arbeitsplätze einsetzen. Direkt in den Bezirkstag möchte Sabine Zeidler. Die 47-jährige Weidener Stadträtin und AsF-Chefin sei als Krankenschwester und Pharmareferentin gut mit den Gesundheitsthemen vertraut, stellte Karl heraus. Sie wäre eine Verstärkung der SPD-Bezirksräte.

Bürgermeisterin tritt an

Auf der Liste kandidieren ebenfalls zwei Frauen: für den Landtag die Weidener Stadträtin und Frauenärztin Sema Tasali-Stoll (57) und für den Bezirk die Schirmitzer SPD-Vorsitzende Nicole Bäumler. Sie ist 30 Jahre alt und Lehrerin.

Im Stimmkreis Tirschenreuth (307), zu dem auch elf Kommunen aus dem westlichen Kreis Neustadt gehören, peilt Friederike Sonnemann das Direktmandat an. Sie ist 55 Jahre alt und Bürgermeisterin in Waldershof, "die erste im Landkreis Tirschenreuth überhaupt", wie Kreischef Fischer unterstrich. Sie habe bewiesen, dass sie mit Widerständen fertig werde und werde einen ideenreichen, engagierten Wahlkampf führen.

Brigitte Scharf (60)aus Erbendorf möchte wieder in den Bezirkstag zurück, dem sie schon von 2008 bis 2013 angehört hat. Die Verwaltungsangestellte bei der VG Krummennaab ist mit sozialen Themen gut vertraut.

Auf der Liste bewirbt sich Thomas Döhler (47). Er arbeitet im Abgeordnetenbüro von Annette Karl, sitzt im Gemeinderat von Pechbrunn und ist AWO-Kreisvorsitzender. Wer auf der Liste für das Maximilianeum antreten soll, darüber finden noch Gespräche statt.

Im November Nominierung

Nominiert werden die Damen in Stimmkreiskonferenzen am 3. November in Tirschenreuth und einen Tag später in Weiden.

Mutige SPD oder feige Männer: KommentareMutige SPD
Von Martin Staffe

Mehr Frauen geht nicht. Nach den Beschlüssen der Kreisvorstände vom Montagabend werden die Wähler bei der Landtags- und Bezirkswahl in der Nordoberpfalz bei allen Direktkandidaten der SPD nur Frauen ihre Stimme geben können. Männer: Fehlanzeige. Die Sozialdemokraten setzen voll auf Frauen-Power.

Das hat es so noch nicht gegeben und ist wohl einmalig in Bayern. Das weibliche Geschlecht ist bei den Wählern zwar in der Überzahl, doch die Vergangenheit hat es immer wieder gezeigt: In der Kabine wählt Frau doch eher Mann. Deshalb ist das eine mutige, eine gewagte Entscheidung!

Feige Männer Von Simone Baumgärtner

Vier Frauen als Direktkandidaten der SPD: Ja, das ist ein Hingucker. Und ja, das ist mutig. Nur leider riecht das auch sehr nach dem Mut der Verzweiflung. SPD-Männer als Gegenkandidaten für starke CSUler wie Lothar Höher oder Tobias Reiß scheinen sich nicht recht aus der Deckung getraut zu haben. Also stehen die Frauen ihren Mann, zeigen was sie können. Und das ist gewiss nicht wenig. Dafür verdienen in erster Linie sie selbst und nicht ihre Partei Respekt.

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