07.09.2017 - 20:08 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Stimmen zum Auftritt von Karl-Theodor zu Guttenberg Wie war ich?

Muss Karl-Theodor zu Guttenberg für die CSU zurück in die Politik? Landrat Andreas Meier sagt es deutlich, obwohl er es so nicht ausspricht: Lieber überreicht er dem Baron am Ende seiner umjubelten Rede ein Album von KTs Lieblingsband AC/DC mit dem Titel "Back in black".

Für Geschenk und Applaus dankt Karl-Theodor zu Guttenberg dem CSU-nahen Publikum. Ganz vorn nahmen die Bürgermeister aus den umliegenden Gemeinden und verdiente Parteimitglieder Platz.
von Simone Baumgärtner Kontakt Profil

Deutlicher wird Stefanie Sperrer, Stadträtin in Weiden: "Genial, wie der Mann die Menge begeistert. Ich hoffe auf seine Rückkehr." Gemeinsam mit Angelika Heining, Weidener Ex-Stadträtin, rückt sie nach der Veranstaltung für ein Selfie ganz nah ran an den Baron und äußert "nur den einen Wunsch: Kommen Sie so schnell wie möglich zurück". Guttenbergs Reaktion? "Er hat gelächelt."

Schlag bei den Frauen

Ja, dieser Mann scheint einen Schlag beim weiblichen Publikum zu haben: "Er ist erfrischend anders. Präsent. Sein Charisma hat er sich bewahrt", findet Carolin Böckl von der Jungen Union Erbendorf. "Ich bin begeistert von seinem Wissen, er ist ein so guter Redner", schwärmt Resi Gleißner aus Luhe. Nah dran an Guttenberg wollte die 77-Jährige sein. Ihren Platz in Reihe vier ergattert sie deshalb mit Ehemann und Tochter bereits eineinhalb Stunden vor Veranstaltungsbeginn. Eine 99-Jährige schafft es in Reihe zwei: Annemarie Ziegler, eine Bekannte von Guttenbergs Mutter. Der Glaube verband die beiden christlichen Frauen.

Über den Tellerrand hinaus

Aber auch die Männer nimmt der Baron an diesem Abend mit. "Diese Präzision, Dinge auf den Punkt zu bringen, war beeindruckend", findet Landrat Meier. Neustadts Bürgermeister Rupert Troppmann sagt: "Von Guttenberg kann man lernen, über den Tellerrand hinauszuschauen. Das öfter zu tun, würde auch uns Kommunalpolitikern gut tun." Von der "brillanten Rhetorik" und einer "sehr ausgewogenen Meinung" Guttenbergs schwärmt der Rechts- und Sozialdezernent Weidens, Hermann Hubmann: "Und es freut mich, dass er wie ich Fan von Angela Merkel ist."

Einige räumen aber auch ein, den Begeisterungssturm nicht unbedingt erwartet zu haben. "Ich war mir nicht sicher, wie Guttenberg ankommt", gesteht etwa Stephan Gollwitzer, Weidens CSU-Kreischef. Aber der Baron habe sein Fehlverhalten humorig reflektiert, die Menschen begeistert, auf den Punkt argumentiert. Nun sei er überzeugt: "KT ist ein Gewinn für unsere Partei. Und wie es sich als Christ gehört, muss man ihm auch wieder vergeben können." In Neustadt also hat er durchaus gezündet, der Testballon.

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