Basketball: 2. Regionalliga Nord
DJK Neustadt verpasst Befreiungsschlag

Rückkehrer Tobias Merkl (am Ball, gegen Erfurts Andreas Kassiumis) zeigte erneut eine ansprechende Leistung. Seine Erfahrung soll dem jungen DJK-Team in den kommenden schwierigen Wochen helfen. Bild: Büttner
Sport
Neustadt an der Waldnaab
22.01.2018
103
0

Bislang war der BC Erfurt ein Team, das den Neustädter Basketballern lag. Nach unterhaltsamen Duellen war es meist die DJK, die als Sieger vom Platz ging. Doch nicht am Samstag. In einem punktereichen Schlagabtausch unterlag Neustadt den Thüringern knapp mit 99:105 (55:48) und findet sich nun mitten im Abstiegskampf wieder.

"Ich habe lange darüber schlafen müssen", gesteht Stefan Merkl nach der bitteren Heimniederlage des Tabellenachten der 2. Regionalliga Nord. Aber auch die akribische Spielanalyse mit seinem Trainerteam brachte für den DJK-Coach nur bedingt neue Erkenntnisse. "Unser Dauerdruck mit einer Pressverteidigung war der richtige taktische Ansatz, zumal der BC nur mit acht Spielern angetreten war. So kamen wir zu vielen Punkten durch schnelle Gegenstöße", so Merkl. "Doch das Problem war, dass wir ihre Aufbauspieler nie in den Griff bekommen haben. Da kann ich keinen Verteidiger ausnehmen."

Bernhart: 40 Punkte

Im Hinspiel hatte Vlady Krysl mit sieben Dreiern noch den Unterschied gegen die von Außen anfälligen Erfurter gemacht. Doch Krysl fällt weiter aus, ebenso fehlten am Samstag vier weitere erfahrene DJK-Spieler. Erfurt hingegen konnte aus dem Vollen schöpfen. Auch ohne Aufbauspieler Valentino Lott lief die Reserve des Bundesligisten Oettinger Rockets in starker Besetzung auf. "Eigentlich hofften wir, Erfurt ohne Lott besser kontrollieren zu können. Aber Marcus Bernhart hat einen Sahnetag erwischt und alles getroffen. Das hatten wir so nicht auf der Rechnung." Erfurts Spielmacher, der in der laufenden Saison bis dahin rund 14 Punkte im Schnitt machte, erzielte bärenstarke 40 Punkte. Zudem war das technisch starke, 2,10 Meter große Center-Talent Andreas Kassiumis (20 Punkte) kaum zu bremsen.

Trotz allem kompensierten die Neustädter dies im Spiel durch viel Einsatz, angetrieben von ihren lautstarken Fans. Jonas Meißner (23 Punkte), Lukas Bieber (21) und Tobias Merkl (16) sorgten für ständige Gefahr in der Erfurter Deckung, obwohl sich das Team mit deren Wechsel zwischen Mann- und Zonenverteidigung schwer tat. "Offensiv war das ganz in Ordnung", lobte Stefan Merkl. "Aber die fehlende Konstanz, weil wir nie eine längere Zeit in der gleichen Besetzung trainieren und spielen können, wird dazwischen immer wieder deutlich." Besonders in wichtigen Phasen fehlt dem jungen Neustädter Team die Erfahrung. Auch gegen Erfurt: Bis fünf Minuten vor Schluss blieb die ausgeglichene Begegnung offen, ehe die Gäste eine Schwächephase der DJK nutzten und ihre Führung von 87:86 auf 96:86 ausbauten. Die Vorentscheidung.

Mit zwei Punkten Vorsprung auf die Gefahrenzone der Liga setzt Merkl seine Hoffnung weiter auf das Potenzial im Team, das es auch bei den zuletzt teils unglücklichen Niederlagen zeigte. "Wir dürfen den Anschluss ans Mittelfeld nicht verlieren", betonte der Trainer. Ein Erfolg gegen den Zehnten Leipzig am kommenden Wochenende wäre da ein Riesenschritt zum Klassenerhalt.

DJK: Meißner (23 Punkte, 5 Fouls), Bieber (21/3), Merkl (16/4), Stych (10/4), Fritsch (9/4), C. Sailer (7/5), Tarwoe (7/3), Aßheuer (3/1), J. Sailer (3/0), Archer (0/1), Kuchinka (0/1).
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.