Andreas Meier äußert sich zum Artikel "Ärger um Döllnitzer Sirene - Brüllender Nachbar"
Landrat: "Schlecht gebrüllt"

Landrat Andreas Meier. Bild: gsb

Neustadt/WN/Döllnitz. Kopfschütteln lässt sich aus den Zeilen von Landrat Andreas Meier herauslesen, die am Freitag unsere Redaktion erreichten. Als oberster Dienstherr der Feuerwehren im Landkreis Neustadt/WN hat er eine klare Meinung zu dem Sirenen-Ärger zwischen Familie Walberer aus Döllnitz - mit Opa Günther Walberer an der Spitze - und Pressaths Bürgermeister Werner Walberer:

Tag und Nacht einsatzbereit, vom Straßenkehren bis zur Verkehrsabsicherung bei der Fronleichnamsprozession für alles zuständig, dazu noch möglichst kostengünstig und - um Himmels willen - ja nicht zu laut und bei der Mittags- oder Nachtruhe störend ... Die Erwartungshaltung gegenüber unseren zahlreichen freiwilligen Feuerwehren ist nicht nur anscheinend die berühmte "Quadratur des Kreises": Für alles und jeden, immer und überall da sein und arbeiten, aber bloß nicht stören ... Ist ja schließlich "der Job der Feuerwehr, dafür kriegen die ja auch immer alles, wenn sie nur laut genug schreien." Selbst ist man jedoch nicht bereit, den Hunderten Ehrenamtlichen nicht nur der Feuerwehren, sondern aller Hilfs- und Rettungsorganisationen, die für unser aller Sicherheit Tag und Nacht an 365 Tagen im Jahr garantieren, das Leben auch nur ein kleines bisschen leichter zu machen.

Rettungsgasse auf der Autobahn bilden? Fehlanzeige. Nicht gleich meckern und hupen, wenn die Feuerwehr eine Straße sperren oder den Verkehr umleiten muss? Nicht mit mir, schließlich habe ich es eilig. "Brüllende Sirenen und Martinshörner", vielleicht sogar mitten in der Nacht? Geht gar nicht, denn ich brauche schließlich meinen kostbaren Schlaf. Davon, dass inzwischen Rettungskräfte beschimpft, bespuckt oder gar körperlich angegangen werden, möchte ich gar nicht reden.

Sicherlich ist es im ersten Moment nicht unbedingt "schön oder angenehm", wenn mitten in der Nacht die Sirene heult und die Rettungskräfte mit Sondersignal zum Einsatz ausrücken. Die Kameradinnen und Kameraden jedoch, die von ihren Funkmeldern oder der Sirene ebenfalls aus ihrem wohlverdienten Schlaf gerissen werden, können sich danach nicht einfach umdrehen und die Augen wieder schließen: Sie müssen raus, bei jedem Wetter und zu jeder Tages- und Nachtzeit, um zu retten, zu bergen und zu löschen. Und Gott sei Dank gibt es bei uns noch sehr viele Ehrenamtliche, die die eigenen Interessen gegenüber dem Allgemeinwohl zurückstellen und auch aktiv werden und ausrücken, anstatt sich einfach im Bett noch einmal umzudrehen. Ich bin darüber froh und dankbar, denn bei allem ersten Schrecken und vielleicht Ärger, wenn wieder einmal nachts die Sirene heult: Für meine Ohren ist das kein "fürchterlicher Lärm" - es ist vielmehr das beruhigende Zeichen, dass professionelle Hilfe auf dem Weg ist.
2 Kommentare
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Franz Wölfl aus Mitterteich | 08.04.2018 | 21:04  
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Stefan Kreuzeck aus Weiden in der Oberpfalz | 09.04.2018 | 12:09  
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