Auszeichnung für drei regionale Projekte
Bezirk Oberpfalz verleiht Inklusionspreis 2016

Bezirkstagspräsident Franz Löffler (hinten, links) überreichte der Lobkowitz-Realschule und St.-Felix-Schule für schulübergreifende Projekttage den Inklusionspreis. Bild: Schönberger

Weg vom Rand und rein in die Gesellschaft: Ehrenamtliche integrieren Menschen mit Behinderung ins soziale Leben. Dafür haben drei regionale Projekte nun den Inklusionspreis des Bezirks Oberpfalz erhalten.

Neustadt/Amberg/Neumarkt. Jeweils 3000 Euro gingen an die Lobkowitz-Realschule und das Förderzentrum St. Felix (Neustadt), den Kreisjugendring (Neumarkt) und die Offene Behindertenarbeit der Lebenshilfe (Amberg-Sulzbach). "Hinter diesen Preisträgern stecken Menschen, die sich um das soziale Gesicht der Gesellschaft bemühen", begründet Bezirkstagpräsident Franz Löffler die Entscheidung. Noch immer gibt es Mauern zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen. Mit Vorlesewettbewerben, Musikgruppen oder Sicherheitstagen bei der Feuerwehr versuchen die Lobkowitz-Schüler, Barrieren einzureißen. "Diese Schule lebt Inklusion", lobt Löffler.

Und das will sie auch in Zukunft: Mit dem Preisgeld will die Lobkowitz-Realschule für ein "grünes" Klassenzimmer mit der St.-Felix-Schule und der Grundschule bauen. "Dazu stellen wir uns an den Grundstücksgrenzen einen Treffpunkt im Freien vor, den die Kinder für Aufführungen oder als Ruheort nutzen können", erklärt Realschul-Leiterin Irene Sebald. Gespräche mit Stadt und Landkreis habe es bereits gegeben.

Bei dem Freizeitangebot "Sommercampus inklusiv" des Kreisjugendrings erleben Kinder mit Behinderung, dass sie genauso viel können wie andere. Gemeinsam mit gesunden Heranwachsenden spielen sie Tennis, Golf, basteln oder werken. "Dabei machen wir zwischen keinem Kind einen Unterschied", betont Kreisjugendring-Mitarbeiterin Anja Auhuber.

Für Bezirkstagspräsident Löffler ist das ein wichtiger Aspekt. "Das ist für Kinder mit Behinderung wirkliche Teilhabe am Leben." Außerdem lernen sie, wie wichtig Vertrauen, Fairness und Gemeinschaft sind. Mit dem Preisgeld will der Kreisjugendring ein Umweltbildungsprojekt mit einer Behinderten-Einrichtung aus dem Landkreis Neumarkt finanzieren.

Die offene Behindertenarbeit der Lebenshilfe Amberg-Sulzbach kämpft gegen die Barrieren der virtuellen Welt. "Unübersichtliche Internetseiten und komplizierte Texte bereiten behinderten Menschen Probleme", erläutert Projektassistentin Monika Ehrenreich. Die Homepage "Wundernetz" sei deshalb so gestaltet, dass auch Lern- und Lesebehinderte, Blinde oder Taube sich zurechtfinden.

Unterstützung bekommt die Lebenshilfe von der Technischen Hochschule Amberg-Weiden, Volkshochschule Amberg und Amberg-Sulzbach, Katholischen Erwachsenenbildung, dem Evangelischen Bildungswerk sowie dem Fernsehsender OTV.

Seit 2013 wird der Inklusionspreis an Firmen, Organisationen oder Personen aus der Oberpfalz verliehen. Chancen haben Projekte, die nachhaltig inklusiv sind und das Preisgeld für inklusiv-fördernde Maßnahmen verwenden.

Das ist für Kinder mit Behinderung wirkliche Teilhabe am Leben.Franz Löffler, Bezirkstagspräsident
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