07.07.2017 - 20:10 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Bilanz nach Freiwilligem Sozialen Jahr "Kann es jedem ans Herz legen"

Manchen liegt die Arbeit mit Kindern, manchen nicht, meint Thomas Paul. Er kann sie. Das hat er bewiesen. Gemeinsam mit Alicia Walser und Michael Obermeier absolvierte er ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei der Fußballabteilung der DJK Neustadt. Die drei betreuten Schulklassen und leiteten Mannschaften.

Machen seit August 2016 ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der DJK Neustadt (von links): Michael Obermeier (18, aus Altenstadt/WN), Alicia Walser (19, aus Pirk) und Thomas Paul (19, aus Etzenricht) . Bild: exb
von Dominik Konrad Kontakt Profil

Eine schöne Erfahrung sei es gewesen. Das ist die einhellige Meinung der drei jungen Leute, die im August ihr FSJ bei der DJK beenden.

Wie gefällt euch das FSJ bei den Fußballern?

Thomas Paul: Ich habe gemerkt, dass es Spaß macht, mit Kindern zu arbeiten und habe mich daher entschieden, nächstes Jahr eine Jugendmannschaft zu betreuen.

Michael Obermeier: Es war ein schönes Erlebnis mit einer engen und familiären Zusammenarbeit im Verein.

Alicia Walser : Ich bin schon lange Fußballfan. Da ich selbst nicht spiele, konnte ich in diesem Jahr ganz viel Neues dazulernen. Es ist spannend, bei den Spielen der Mannschaften, die ich betreue, mitzufiebern.

Wie seid ihr bei der DJK aufgenommen worden?

Obermeier: Da ich seit 13 Jahren aktives Mitglied in der Fußballabteilung bin und die meisten Leute im Verein schon kannte, hatte ich keine Probleme, mich auch als Trainer zu integrieren.

Walser: Von der ersten Minute an habe ich mich bei der DJK wohlgefühlt. Ich habe hier viele nette Leute kennengelernt, die bei Fragen immer ein offenes Ohr haben und uns FSJler gerne unterstützen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?

Obermeier: Der normale Tag beginnt entweder mit Sekretariatsarbeit oder mit Schulsportangeboten (AGs) an den verschiedenen Schulen. Danach kommt die Arbeit in der Hausaufgabenbetreuung, bei mir an der Lobkowitz-Realschule und am Abend noch Training oder Spiele mit der Jugendmannschaft (E-und F-Junioren).

Walser : Am Vormittag bin ich an der Grundschule und gebe mit den Lehrerinnen Schwimmunterricht. Nach der Mittagspause betreue ich die Kinder von der 1. bis zur 4. Klasse in der Offenen Ganztagsschule. Ich unterstütze sie bei den Hausaufgaben, mache Projekte wie Zumba oder Erste Hilfe-Kurse und bin auch in der Freispielzeit für sie da. Danach bin ich bei der DJK. Hier trainiere ich mit meinen Mannschaften, oder wir haben ein Spiel.

Eure Zeit als FSJler geht dem Ende zu. Könnt ihr ein solches Jahr auch anderen empfehlen?

Paul: Ich kann jedem das FSJ ans Herz legen. Man sammelt eine Menge Erfahrungen und kann sich richtig gut Gedanken machen, was man danach machen will. Ich würde es jederzeit wieder machen.

Walser: Es macht super viel Spaß mit Kindern zusammenzuarbeiten, sie sind oft dankbar und geben einem richtig viel zurück.

Wie geht es für euch weiter?

Paul: Ich mache eine Ausbildung als Elektroniker für Betriebstechnik in Weiden

Obermeier: Bei mir geht es danach mit einer Ausbildung zum Bürokaufmann weiter, ich werde bei der DJK aber auch als Jugendtrainer aktiv bleiben.

Walser: Nach dem FSJ mache ich erst einmal Urlaub und beginne ab Oktober ein Studium.

Weg zum FSJ

Im September geht das Freiwillige Soziale Jahr los. Wer noch eines machen möchte, bis jetzt aber keine Stelle hat, kann im Internet fündig werden: Das Bayerische Sozialministerium hat dafür eine Seite ins Leben gerufen. Unter www.fsj.bayern.de/#suche können Interessenten offene Stellen finden. Außerdem gibt es dort Informationen zu Bewerbung, Bezahlung und Fortbildung während des FSJ. (dko)

DJK sucht Freiwillige

"Wir bemühen uns seit längerer Zeit", sagt Werner Schaupert, Trainer bei der DJK Neustadt. "Aber für das FSJ hat sich bisher keiner gemeldet." Manche hätten nicht das Selbstvertrauen, mit Kindern zu arbeiten, mutmaßt er. "Die zwei Jungs hatten auch keine Erfahrung, haben es aber ganz gut in den Griff bekommen." Sie blieben jetzt als Jugendtrainer bei der DJK. Er habe mit jungen Erwachsenen geredet. "Da sind viele, die sagen, ich mache gar nichts. Man muss einfach sich den Schwung geben und sagen, ich nehm die Herausforderung an", meint Schaupert. "Man kann sehr kreativ sein und hat auch viel Freizeit. Bevor ich ein Jahr gar nichts mach, ist es eigentlich top." (dko)

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