28.02.2018 - 20:00 Uhr
Neustadt an der Waldnaab

Caritas kämpft nach Brand im Altenheim mit vielerlei Problemen Dunkle Gesellen und Abwerber

Unvorstellbar: Regelmäßig fahren nachts dunkle Fahrzeuge beim Altenheim St. Martin vor. Erst wenn der Sicherheitsdienst anrückt, geben die bis zu acht Mann Fersengeld.

Seniorenheimleiterin Stefanie Schricker und Caritas-Direktor Michael Weißmann (von rechts) inspizieren die Elektroarbeiten. Bild: Schönberger
von Martin Staffe Kontakt Profil

Das berichtete am Mittwoch die Leiterin des Caritas-Krisenstabs Roswitha Maria Straßer, die zusammen mit Direktor Michael Weißmann und Heimleiterin Stefanie Schricker genau vier Wochen nach dem Brand im Seniorenheim St. Martin über den aktuellen Stand informierte. Die ungebetenen Gäste wollten wohl ins Gebäude einbrechen und sich hier mit Brauchbarem eindecken, vermutet Schricker. Aber sobald der Wachmann mit seinem Hund und der Taschenlampe erscheine, suchten die finsteren Gestalten das Weite.

Und noch etwas verriet der Caritas-Direktor: Schon am 1. Februar, also an dem Tag, an dem das Feuer im Maschinenraum des Heims ausgebrochen war, meldeten sich in Neustadt die ersten Konkurrenzbetriebe telefonisch und wollten Personal abwerben. Weißmann berief eine Personalversammlung ein. "Alle haben gesagt: Wir bleiben", freute sich der oberste Chef aus Regensburg. Schon bald nach Ostern könnten viele Bewohner wieder ins Altenheim zurückkehren, kündigte Weißmann an. Eine professionelle Reinigungs-und Spezialfirma habe mit 70 Leuten den Südflügel "quasi mit der Zahnbürste" gesäubert. Ein Chemiker führte danach Messungen durch und gab für das Erdgeschoss und den ersten Stock dieses Trakts Entwarnung, ebenso für den Speisesaal und die Kapelle. Daher wollte die Caritas eigentlich schon vor Ostern wieder mit ihren Senioren zurückkehren. Doch am Mittwochfrüh inspizierte die Bauabteilung des Landratsamts das Heim und machte doch noch einige Auflagen. Die Beamten fordern unter anderem für den Speisesaal Türdrücker, mit denen die Zugänge automatisch zugehen, feuerbeständige Aus- und Eingänge sowie Brandmeldeanlagen für das gesamte Haus. Daran wird jetzt mit Hochdruck gearbeitet.

30 Bewohner dürfen schließlich nach dem Osterfest ins Alten- und Pflegeheim zurückkehren. In den behüteten Bereich im Erdgeschoss kommen die Senioren, die schon bisher dort gelebt haben. Ebenso verhält es sich mit den Bettlägerigen im ersten Stock. Weitere 24 Personen finden im ersten Stock des ehemaligen Krankenhauses auf dem Felixberg - direkt über der Palliativstation - in 12 Doppelzimmern vorübergehend ein Zuhause. "Vor allem diejenigen, die weiter weg verlegt wurden, dürfen zunächst nach Neustadt", verspricht Schricker. Die Wege für den Besuch der Angehörigen würden dann wieder kürzer. Zurzeit seien die Senioren noch auf 18 Häuser verteilt.

Wenn alles gut geht, dann werden alle 81 Bewohner - der jüngste ist Ende 40, der älteste wird im Mai 100 - und alle 76 Mitarbeiter im August gemeinsam das Sommerfest im Heim feiern, hofft Heißmann. Dann soll auch der Aufzug wieder laufen.

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