29.03.2018 - 20:10 Uhr
Neustadt an der Waldnaab

Caritas verzichtet auf Ausweichquartier im Krankenhaus Alle Kraft für Umzug ins Heim

Die Caritas verabschiedet sich von ihrem Plan, nach Ostern 24 Senioren vorübergehend im ehemaligen Krankenhaus auf dem Felix unterzubringen. "Schweren Herzens", bedauert Pressesprecher Marcus Weigl.

Immer noch als Großbaustelle präsentiert sich das Pflege- und Seniorenheim St. Martin nach dem Brand am 1. Februar. Bis Anfang Mai sollen die ersten 30 Bewohner wieder nach Neustadt zurückkehren. Bild: Meister
von Martin Staffe Kontakt Profil

Vor acht Wochen musste das Alten- und Pflegeheim St. Martin nach einem Brand evakuiert werden. Ein defekter Blindstrom-Kompensator im Hauptverteiler des Maschinenraums hatte das Feuer ausgelöst. Alle 81 Bewohner konnten gerettet und noch am selben Tag in umliegende Pflegeheime gebracht werden. Dort werden sie seither gepflegt und betreut.

Bald nach Ostern, wohl Anfang Mai, sollen nun 30 Bewohner wieder nach Neustadt in einen Teil des beschädigten Altenheims umziehen können. Von einer Belegung des früheren Krankenhauses musste die Caritas aber Abstand nehmen, teilt Weigl mit. Ursprünglich sollten weitere 24 Bewohner auf dem Felixberg einquartiert werden. Dafür hatte die Caritas bereits eine leerstehende Station im ersten Stock der früheren Klinik gemietet. Der Plan hat sich nun zerschlagen. Die Auflagen der Behörden, beispielsweise in punkto Brandschutz, und der damit verbundene bau- und anschlusstechnische Aufwand seien für eine Übergangszeit von nicht einmal drei Monaten einfach zu hoch.

"Es ist auch im Sinne unserer Bewohner nur vernünftig, jetzt alle Energie auf die Sanierung von St. Martin zu verwenden", erklärt Caritasdirektor Michael Weißmann. So könnten den älteren Menschen die enormen Strapazen von zwei Umzügen in einem kurzen Zeitraum erspart werden.

Derzeit laufen die Arbeiten der Firmen und Haustechniker, um den Südflügel des Heims St. Martin wieder bewohnbar zu machen. Gut acht Wochen nach dem Unglücksfall funktioniert die Telefonanlage wieder. Die Heimleiterin und ihr Team sind wie früher unter Telefon 09602/93940 und über alle Nebenstellen erreichbar.

"Nach vielen Gesprächen, Telefonaten und reiflicher Überlegung haben wir entschieden, alle Kraft der Sanierung unseres Heimes St. Martin zu widmen", erläutert Weißmann. Der hohe Aufwand, den Teil des früheren Krankenhauses für den Betrieb einer Pflegeeinrichtung zu ertüchtigen, stehe in keinem Verhältnis zur kurzen Nutzungsdauer. Man werde sich nun weiterhin um alle Bewohner in den umliegenden Häusern kümmern. Denn zu allererst gehe es um deren Wohl. Die Mitarbeitenden blieben solange bei "ihren" Bewohnern in den umliegenden Häusern.

Die Sanierungsarbeiten im Nordtrakt von St. Martin laufen derweil weiter. Die Pflegebäder werden komplett saniert. Dafür mussten alle Fliesen von Wänden und Fußböden entfernt und die Bäder in Abstellräume umfunktioniert werden. Neue Fußböden werden verlegt und Wände gestrichen. Auch der Aufzug wird vollständig erneuert.

Auf die Frage, wann das gesamte Heim in Neustadt wieder in Betrieb gehen kann, antworten die Caritas-Verantwortlichen: "Wenn alles gut geht, feiern wir mit allen Bewohnern und Mitarbeitern im August hier wieder unser Sommerfest."

Landratsamt: Zwei Alternativen

Die übergangsweise Unterbringung der Senioren im ehemaligen Krankenhaus sei nicht an überzogenen Auflagen des Landratsamtes gescheitert, teilt Pressesprecherin Claudia Prößl mit. "Unser Bauamt mit Kreisbaumeister Werner Kraus hat dem Caritas-Leiter Michael Weißmann telefonisch zwei Alternativen angeboten, wie das Problem zu lösen sei: 1. Einbau einer Brandschutztüre oder 2. nachts Personal aufstocken, damit die Bewohner im Brandfall schnell in einen anderen Bereich gebracht werden können", heißt es in einer Stellungnahme. Weißmann habe geantwortet, dass die Übergangsunterbringung im ehemaligen Krankenhaus seitens der Caritas nicht mehr gewollt sei, weil auch noch andere Maßnahmen notwendig gewesen wären, um den Pflegebetrieb dort einzurichten. Ein Umzug würde sich deshalb nicht mehr lohnen. Es würde auf jeden Fall noch bis Ende April/Anfang Mai dauern, bis umgezogen werden könnte. Im Juli soll dann schon das gesamte Altenheim wieder bewohnbar sein. (ms)

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.