Caritas verzichtet nach Brand auf Provisorium
Senioren nicht in Container

In diese Station im ersten Stock des ehemaligen Krankenhauses auf dem Felixberg sollen im März bis zu 26 Senioren einziehen. Die Kliniken Nordoberpfalz AG helfen der Caritas gerne aus. Bild: Schönberger

Die Bewohner des Seniorenheims St. Martin müssen nach dem Brand nicht vorübergehend in Containern leben. Diese angedachte Lösung ist jetzt vom Tisch, teilte die Caritas am Freitag mit.

"Unsere Bewohner sollen baldmöglichst nach Neustadt zurückkehren können", wünscht sich nicht nur Caritasdirektor Michael Weißmann. Dafür müssen aber viele Bedingungen erfüllt und Voraussetzungen geschaffen werden. Um die pflegebedürftigen Menschen wieder zurück in ihre vier Wände holen zu können, hofft die Caritas auf ein Entgegenkommen der Heimaufsicht und der Pflegekassen. Die ursprünglich angedachte Lösung mit einem Provisorium wurde wieder verworfen. Die Herstellung eines Pflegeheims in Containerbauweise wäre erst in der zweiten Jahreshälfte möglich gewesen.

"Es gibt erste positive Ergebnisse, die uns optimistisch stimmen", sagt Weißmann. Der Südflügel des Caritasheims wurde von einer professionellen Reinigungs- und Spezialfirma mit Hochdruck gereinigt. Der Chemiker führte danach erneut Messungen durch und konnte für das Erdgeschoss sowie den ersten Stock des Trakts Entwarnung geben. Die Gutachter haben auch den Speisesaal und die Kapelle freigegeben. Zuvor hatte bereits die Feuerwehr nach einer Begehung grünes Licht gegeben.

Dagegen wird der Nordtrakt noch länger unbenutzbar sein. Hier waren durch das Feuer und die Rauchentwicklung in der Nacht zum 2. Februar die größten Schäden entstanden.

Um die Leute wieder heimholen zu können, bedarf es auch noch der Zustimmung der Bewohner und ihrer Angehörigen. "Die Senioren müssten übergangsweise Einschränkungen in Kauf nehmen und akzeptieren, dass sie vorerst in Doppelzimmern leben werden", erläutert der Caritasdirektor. Auch die technischen Voraussetzungen müssten erst noch geschaffen werden. Strom und EDV-Leitungen, zum Beispiel für eine funktionierende Schwesternrufanlage, werden derzeit frisch verlegt. Mit einem neuen funktionstüchtigen Aufzug ist allerdingst erst im Sommer zu rechnen.

Ab März ist die Anmietung eines Bereichs des früheren Neustädter Krankenhauses möglich. Dort wird eine Station im ersten Stock, direkt über der Palliativstation, leer gemacht. Sie beherbergt zurzeit die Gästezimmer der Kliniken AG. Leute, die Fortbildungen machen, übernachten hier. Sie sollen aber, solange die Caritas die Räume braucht, in Hotels und Gaststätten untergebracht werden. Laut Manfred Tretter, Hauptabteilungsleiter Zentrale Finanzen von der Kliniken Nordoberpfalz AG, könnten hier bis zu 26 Senioren untergebracht werden. "Wir helfen der Caritas gerne aus", sagt Tretter. Ins Auge gefasst sei ein Zeitraum von sechs bis neun Monaten.

Den Umzug ins Krankenhaus behandeln die Behörden genauso wie die Errichtung eines neuen Heims. Ein komplett neuer Versorgungsvertrag muss gestellt werden. Erst dann kann die Belegung erfolgen. Die Bearbeitung solcher Anträge dauert in der Regel sechs bis acht Wochen. Die Caritas hofft allerdings in diesem Fall auf einen Abschluss innerhalb von vier Wochen. Zusätzlich sind wegen der Nutzung die schriftlichen Aussagen von Bauamt und Heimaufsicht notwendig. Eine eigene Pflegesatzverhandlung muss außerdem noch geführt werden.

Die Verantwortlichen der Caritas arbeiten beinahe rund um die Uhr dafür, die Voraussetzungen für einen Wiederbetrieb in Neustadt zu schaffen. Nun gelte es, das Votum der zuständigen Heimaufsicht abzuwarten. Die Caritas wird wohl in der kommenden Woche konkretere Angaben über die weiteren Schritte samt Zeitplan machen können.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.