15.01.2018 - 20:00 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

CSU-Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht besucht die Kindertagesstätte Sankt Josef Sprache als Schlüssel zur Welt

Der Holzstuhl, auf dem Albert Rupprecht Platz nimmt, ist viel zu klein für ihn. Dem CSU-Bundestagsabgeordneten ist das aber egal. Er spielt mit den Kleinen aus der Rosengruppe. Rupprecht ist in der Kindertagesstätte Sankt Joseph in Neustadt zu Gast, die sich seit Oktober mit dem Titel "Sprach-Kita" schmückt.

Albert Rupprecht (Mitte) macht der Besuch in der Kita St. Joseph offensichtlich Spaß. Bild: Schönberger
von Redaktion OnetzProfil

Dahinter steckt eine ganze Reihe besonderer Förderungen, die Fachkräfte vermitteln sollen. Eine davon ist Irene Kellner. Sie hat eine sprachpädagogische Ausbildung hinter sich, deren Inhalte sie nun in Neustadt einbringt. Rupprecht wollte sich gemeinsam mit Neustadts Bürgermeister Rupert Troppmann vom Erfolg des Konzepts "Sprach-Kita" überzeugen und sich über die Fortschritte informieren.

Vier Gruppen sind derzeit daran beteiligt - drei Regelgruppen und eine Kleinkindergruppe. Eine fünfte könnte mit der Kinderkrippe bald folgen. Die Idee der Sprach-Kita geht weit über das Erlernen von Sprache hinaus, informierten Kita-Leiterin Kathrin Pfistermeister und Kellner über die Leitlinien und Eckpunkte des Konzepts. "Die Kinder sollen Umgangsformen lernen. Dabei ist es sehr wichtig, dass wir sie auch erzählen lassen", machte Pfistermeister deutlich.

Die Kinder bräuchten Freiheiten, aber auch klare Grenzen und Strukturen. So müsse man den Rededrang des einen Kindes ebenso respektieren, wie man einem eher schüchternen Kind zuhört, wenn es denn einmal spricht. Ebenso essenziell sei, wie man mit ihnen spricht. "Positive Formulierungen und klare Worte sind wichtig", erklärt Kellner. Man müsse auch bereit sein, sich als Erzieherin selbst zu hinterfragen und die eigenen Umgangsformen zu überprüfen.

Alle Kinder müssen eingebunden werden. Deshalb lege die Kita Sankt Joseph besonderen Wert auf Teamarbeit. Zudem gebe es für alle Mädchen und Buben Aufgaben im Zusammenleben. "Wir haben Aufräum- oder Botendienste. Dadurch gewinnen die Kinder Zutrauen", so Pfistermeister. Doch Grundlage aller sozialer Kompetenzen sei eben die Sprache. Die sei, so vermittelt es auch das Bundesprojekt "Sprach-Kita", der Schlüssel zur Welt. "In vielen Familien kommt das Sprechen zu kurz", glaubt Kellner. "Oftmals sind die Eltern zu beschäftigt. Man muss Zeit haben, um zuzuhören."

Das Programm läuft in Neustadt zunächst für drei Jahre, kann aber verlängert werden. Bürgermeister Troppmann zeigte sich stolz auf die Kindertagesstätte. Er lobte die Erzieherinnen, "die das mit Leidenschaft machen. Wir haben eine Kita, die Kinder am Leben erzieht". Rupprecht ist von der Initiative ebenfalls begeistert. Er sprach von einer "guten Entwicklung" und erkannte bei den Kindern eine "irrsinnige Lernkurve, die eine gute Grundlage bietet". Außerdem habe er selbst einiges zum Thema Kindererziehung dazugelernt, sagte er mit einem Lächeln.

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