05.05.2017 - 18:36 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Dr. Heribert Fleischmann hat nach Ruhestand Privatpraxis eröffnet Umtriebig im Ruhestand

Wöllershof. Im Moment sitzt er an einem Vortrag. Außerdem muss Dr. Heribert Fleischmann noch zwei Artikel für Fachzeitschriften verfassen. Und am Nachmittag geht es dann nach Wöllershof, in seine Praxis. Ein ganz schönes Pensum für einen Rentner? I wo. Er sagt: "Ich habe unglaublich viel Freizeit."

Untätig sein? Kann sich Dr. Heribert Fleischmann nicht vorstellen. Also eröffnete der ehemalige Ärztliche Direktor des Bezirksklinikums Wöllershof seine Privatpraxis. Bild: Schönberger
von Franz Kurz Kontakt Profil

Relativ gesehen stimmt das auch, schließlich hat sich seine Arbeitszeit in etwa halbiert. Bis Fleischmann sich als Ärztlicher Direktor des Bezirksklinikums Wöllershof Ende November in den Ruhestand verabschiedete, habe er über Jahrzehnte Arbeitstage mit 16 bis 18 Stunden gehabt. Weil es eben zur Philosophie dort gehört habe, dass er neben administrativen Tätigkeiten auch weiter direkt mit den Patienten in der Institutsambulanz arbeitete. Und zumindest mit Letzterem wollte er auch weitermachen.

Der 65-Jährige praktiziert nun in seiner Privatpraxis an drei Nachmittagen die Woche. Organisatorisch hat die mit dem alten Arbeitsplatz natürlich nichts mehr zu tun. Räumlich ist Fleischmann seinem Klinikum aber verbunden geblieben: Die Praxis befindet sich direkt unter dem Kuppelsaal im ehemaligen Hauptgebäude. Eine Zulassung für gesetzlich Versicherte habe er wegen seines Alters zwar nicht. Privatpatienten könne er dort aber weiter betreuen. Was in gewisser Weise eine Fortführung seiner Arbeit bedeutet.

Viele der Patienten - überwiegend haben sie Angsterkrankungen oder solche aus dem depressiven Bereich - kenne er schließlich schon seit Jahren. Und so wie psychische Erkrankungen einen Betroffenen nunmal teils ein Leben lang begleiten, sei er als Arzt auch als dauerhafter Begleiter gefordert, sagt Fleischmann. Ohnehin: Wenn er sehe, wie sich jemand herauskämpfe, wenn jemand seinen Platz in der Gesellschaft, ein gutes Familienleben finde - "dann macht das Freude".

Wobei ihm auch die Arbeit an sich Freude bereite. "Ich bin ein Mensch, der sich nicht vorstellen kann, ohne Tätigkeit zu sein." Das "hält mich gesund und fit". In diesem Sinne widme er sich nun auch wieder mehr wissenschaftlichen Fragen, nicht zuletzt der nach einer besseren Versorgung psychisch kranker Menschen. Außerdem ist er weiter Vorsitzender der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen und des Suchtarbeitskreises Nordoberpfalz. Hinzu kämen Vortragsreisen in die ganze Republik.

Mittelpunkt für ihn bleibt aber Wöllershof. Selbst wenn er sich aus dem Betrieb dort natürlich nun strikt heraushalte. Indirekt ist er jedoch weiter beteiligt. Wenn einer der Patienten in seiner Praxis stationären Bedarf habe, verweise er auf das Bezirksklinikum. Schließlich laufe es dort auch ohne ihn hervorragend. "Da weiß ich sie gut aufgehoben."

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.