Glenn Miller Dinner - Stadthalle Neustadt
Gaumen- und Ohrenschmaus

 

Die einen lieben den Glenn-Miller-Sound. Andere lieben die amerikanische Kultur. Oder sie möchten einfach nur mal wieder tanzen und feiern. Wieder andere schlemmen gerne.

Colleen und Jeff stammen aus den USA. Derzeit leben sie in Grafenwöhr. Am Sonntag besuchten sie das Glenn-Miller-Dinner in der Stadthalle und waren die wohl eifrigsten Tänzer des Abends.

Die Musiker füllten die Bühne der Stadthalle ebenso aus, wie die Gäste den Saal. Die Metro-Bigband, 22 Musiker zwischen 16 und 70 Jahren mit Blasinstrumenten, Flügel und Schlagzeug sowie Sängerin Bettina Mildner servierten das Beste aus den Zeiten des Swing, mottogetreu natürlich die besten Stücke von Glenn Miller. Mit "Little Brown Jug" und der "String of Pearls" aus den frühen 30er Jahren gelang ihnen ein wunderbarer Einstieg.

Als Moderator stimmte Lothar Kiehl, der selbst mit dem Tenorsaxophon im Ensemble aktiv ist, auf die einzelnen Titel ein. Kiehl versprach "ein Konzept wie damals zu Glenn Millers Zeiten: Gut essen bei guter Musik". Dass dazu unbedingt auch die "Moonlight Serenade" und "Tuxedo Junction" gehörten, versteht sich von selbst.

Gehörgangschmeichler

Mit jazzig-ausdrucksvoller Stimme interpretierte Bettina Mildner "A-Tisket A-Tasket" sowie "As long as I'm singing" von Bobby Darin. Der "Moon River" von Frank Sinatra, bekannt auch durch Marylin Monroe, schmeichelte sich in die Gehörgänge.

Sehr vielseitig und verlockend präsentierte sich das mit Spannung erwartete amerikanische Buffet. Koch Peter Siller, der Chef von Peters Restaurant, und seine Crew hatten sich mächtig ins Zeug gelegt. Kürbiscremesuppe, Truthahn, Spare Ribs, unterschiedliche Salate und gegrillte Vorspeisen, Huhn und Roastbeef lockten die Gäste an die Töpfe und Platten. Die Schlange vor dem Büffet wurde immer länger.

Auch an Nachspeisen hatten die Küchenkünstler gedacht. Muffins, Brownies und süße Cupcakes verführten zu verstärkter Kalorienaufnahme. Glücklicherweise konnte man sich das nachher beim Tanzen wieder abtrainieren.

Hervorragende Solisten waren das i-Tüpfelchen auf den sehr gut arrangierten Stücken. Reinhard Roth am zweiten Tenorsaxophon bei "Begin the Beguine", Benny Jung temperamentvoll an der Posaune oder die Trompetensoli von Andrej Lobanov begeisterten das Publikum. Und ausgerechnet die zierlichste von allen spielte ein verhältnismäßig großes Instrument. Sophie Zahner beherrschte zu "Bari Bari good" ihr Baritonsaxophon perfekt.

Starke Bläser

Neben den typischen Glenn-Miller-Nummern wie "Pennsylvania 6-5000" oder "Chattanooga Choo Choo" mischte noch ein anderer Komponist mit: Count Basie. Bei "The Queen Bee" und "Sweet Georgia Brown" setzte Lothar Kiehl Saxophon-Soloakzente. Bettina Mildner sang nochmals mitreißend "All of me", unterstützt von der starken Bläsersektion mit sechs Trompeten, sieben Saxophonen und fünf Posaunen.

Ein respektables Solo lieferte auch der Jüngste in der Band, Benedikt Hetz, an der Trompete ab. Den Rhythmus bestimmten Claus Waldhier am Schlagzeug und Klaus Schmidt am Bass. "L-O-V-E" buchstabierte Mildner gut gelaunt oder bat um "Respect". An diesen Hit von Otis Redding erinnert man sich besonders in der Fassung von Aretha Franklyn im Film "Blues Brothers".

Viel zu schnell verflog der abwechslungsreiche Dinner-mit-Musik-Abend, der aufgrund des Erfolgs sicher wiederholt wird. Lothar Kiehl wies noch auf den nächsten Auftritt der Metro-Bigband hin: Am Sonntag, 29. Oktober, um 17 Uhr beim Serenadenkonzert erklingt der Sound im Rathaussaal in Moosbach.
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