Handschuh von Karl IV. in bayerisch-tschechischer Landesausstellung
Zwei aus der Oberpfalz

Der frisch restaurierte Handschuh Karls IV. liegt neben dem Waldthurner Lehensbuch in der Landesausstellung im Kapitel, das mit "Neuböhmen" überschrieben ist. Sein angestammtes Zuhause hat das historische Kleidungsstück im Stadtmuseum Neustadt. Bild: ui

In guter Oberpfälzer Gesellschaft wartet der Handschuh von Kaiser Karl IV. in Nürnberg die Rückkehr in die Heimat ab. Das wird aber frühestens im März sein.

Solange zählt das Faustpfand zu den besonderen Stücken der Bayerisch-Tschechischen Landesausstellung im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Dr. René Küpper vom Haus der bayerischen Geschichte begründet das damit, dass der Handschuh eines der wenigen persönlichen Exponate des Herrschers in der Schau ist.

Er verdeutlicht die Rolle Karls zumindest in seinen eigenen Gebieten als Wirtschaftsförderer. Dafür verlieh er Privilegien und begünstigte die Kreisstadt gleich zweimal. Zum einen - und dafür ist der Handschuh das Faustpfand - 1354 durch die bis heute gültige Waldschenkung und zum anderen als er 1358 die Erweiterung um die Freyung ermöglichte.

Deren Bewohner mussten zwölf Jahre lang keine Steuern zahlen. Beides erfahren die Besucher in Nürnberg in der Mitte des ersten Ausstellungsteils. Nicht endgültig bewiesen ist, dass der König von Böhmen und deutsche Kaiser den Handschuh aus Ziegen- und Hammelleder tatsächlich selbst getragen hat. Dass er aus dessen Zeit stamme, sei gesichert, sagt Küpper. Neben dem frisch restaurierten Handschuh liegt das Waldthurner Lehensbuch. Links thront der Herrscher, rechts zeigt die aufgeschlagene Seite eine Szene mit Tobias von Waldau, der gerade den Lehenseid leistet.

Neben der Vitrine mit den beiden Oberpfälzer Exponaten führt ein interaktiver Bildschirm Geschichte und Gegenwart zusammen. Besucher dürfen hier selbstständig auf Archive und Dokumente zugreifen.

Geburtstagsgeschichten der RennerSehr gut kommt die Bayerisch-Tschechische Landesausstellung "Karl IV." in Nürnberg an. Allein in den ersten 5 Wochen kamen 25 000 Besucher. Stolz ist der Landkreis Neustadt, dass er es geschafft hat, mit seinen "Geburtstagsgeschichten für Kaiser Karl IV." bei der Schau dabei zu sein.

"Touristische Schriften und Werbeprospekte dürfen nicht ausgelegt werden", weiß Naturpark-Geschäftsführer Martin Koppmann. Aber die 38 Geschichten von Grundschülern haben die Verantwortlichen so überzeugt, dass die 115-seitige Broschüre nicht wie üblich im Eingangs-, sondern im Ausstellungsbereich präsentiert wird. In dem Taschenbuch stellt sich zudem jede Kommune des Naturparks kurz vor. "Eine tolle Werbung", freut sich Koppmann. "Wir kommen mit dem Nachdrucken gar nicht nach." Kurz vor Weihnachten gingen noch einmal 2000 Exemplare der hochwertigen Schrift in die Frankenmetropole.

Schon bei der Landesausstellung in Prag vom 15. Mai bis 25. September war das ins Tschechische übersetzte Geheft ein Renner. (ms)


LandesausstellungDer bayerische Teil der grenzüberschreitenden Landesausstellung in Nürnberg ist noch bis 5. März im Germanischen Nationalmuseum zu sehen. (ui)
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