13.03.2018 - 20:00 Uhr
Neustadt an der Waldnaab

Holzrechtler der Corporationswaldung Neustadt blicken auf schwieriges Forstjahr zurück Orkan lässt Holzpreise purzeln

Orkan Kolle, der in Niederbayern große Schäden anrichtete, hat 2017 dafür gesorgt, dass die Holzpreise von heute auf morgen in den Keller fielen. Darunter leidet auch die "Privative Corporationswaldung" Neustadt.

von Hans PremProfil

Der Preis sank um 30 Euro je Festmeter. Die Corporation hat daher im vergangenen Jahr nur 244,24 Festmeter anstelle der geplanten 600 vermarktet.

"Es wäre ein Verbrechen gewesen, Holz, das 100 Jahre gewachsen ist, für eine Brotzeit zu verkaufen. Wie hätten wir euch Rechtlern diese Misswirtschaft erklären sollen?", fragte Vorsitzender Hermann Schmid in der Generalversammlung. Mittlerweile sei der Holzpreis wieder stabil. Es werde bereits wieder Holz eingeschlagen. Schließlich wolle man heuer 600 Festmeter Fichten und Kiefern vermarkten. Das höre sich zwar gut an, jedoch müssten für Holzhauer und -rücker zunächst einmal über 12 000 Euro bezahlt werden, bis dann 4 bis 6 Monate später das Geld von den Sägewerken eintreffe. Auch der Wegebau in der Öd habe die Kasse mit 7000 Euro belastet.

Plan für 20 Jahre

Wenn Holz eingeschlagen wird, wird auch gleich wieder aufgeforstet. "Wir setzten schon immer auf Nachhaltigkeit. Seit 1854 arbeiten wir nach Waldwirtschaftsplänen und setzen dies nun mit dem neuen Operat, einem Forstwirtschaftsplan, der auf die nächsten 20 Jahre angelegt ist, fort", informierte Schmid. Erstellt hat den 3600 Euro teuren Plan Forstwirt Markus Fritsch vom Forstbüro Ostbayern, der die 146 Neustädter Holzrechtler schon seit Jahren berät.

4325 Pflanzen gesetzt

Der Fachmann gewährte einen Überblick über den neuen Plan, die Neuanpflanzungen und den Holzeinschlag. Danach wurden von 2014 bis 2017 insgesamt 4325 Pflanzen gesetzt. Dabei geht der Trend eindeutig zum Mischwald. Allein in der Waldung Öd wurden im März 2017 rund 500 Laubbäume gesetzt. Neben Bergahorn, Vogelkirschen, Elsbeere, Bergulme, Speierling und Rotbuche wurden in einem Versuch erstmals 25 Esskastanien gepflanzt. Vielleicht gelingt der Versuch, und die Rechtler können in 10 Jahren Maroni im Wald aufsammeln. Dass sich der Vorstand ausreichend um die 3 zugehörigen Wälder Satzberg, Bürgerwald und Öd kümmert, wurde im Bericht Schmids deutlich. Er selbst verbrachte über 100 Stunden bei Baumkontrolle, Überwachung des Wegebaus, Zaunbau, Pflanzarbeiten und beim Holzeinschlag. Dazu kamen Ortsbegehungen und Besprechungen.

Sorgen bereitet dem Vorsitzenden die Borkenkäferarten Buchdrucker und Kupferstecher. Käferbefall sorgte dafür, dass 60 Festmeter geschlagen werden mussten. Daneben bereiten Schäden durch Wildschweine im Bereich Meerbodenreuth Probleme. Da die Holzrechtler auch für die Waldbewohner, die Vögel, etwas übrig haben, haben sie über 160 Nistkästen kontrolliert, die David Wagner, Fabian Stich sowie Elisabeth und Helmut Weiß aufgehängt haben.

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