25.08.2017 - 20:10 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Instrument in der Wallfahrtskirche muss saniert werden Felixorgel verstummt

Nach den Sommerferien sollte die Sanierung der Orgel in der Felixkirche beginnen. Jetzt verzögert sich das Vorhaben. Das hat aber auch etwas Gutes.

Der renommierte Orgelbauer Thomas Jann, der schon das Instrument in der Stadtpfarrkirche St. Georg restauriert hat, machte sich auf der Empore der Wallfahrtskirche St. Felix mit Guardian Pater Stanislaus ein Bild vom schlechten Zustand der Orgel. Sämtliche 1030 Pfeifen müssen ausgebaut und gewaschen werden. Bild: Schönberger
von Martin Staffe Kontakt Profil

Schon vor zwei Jahren hatte der damalige Guardian Pater Stanislaus Strojecki eine Sanierung der Felix-Orgel ins Auge gefasst. Weil der Kostenvoranschlag der bekannten Orgelbaufirma Jann in Laberweinting Aufwendungen von über 40 000 Euro ergeben hatte und es dafür kaum Zuschüsse gibt, lag das Vorhaben erst einmal auf Eis.

Jetzt hat Nachfolger Stanislaus Sliwinski das Projekt wieder aufgegriffen. Vor einiger Zeit machte sich Orgelbauer Thomas Jann - er hat vor einigen Jahren auch die renommierte Jann-Orgel in der Stadtpfarrkirche St. Georg erneuert - selbst ein Bild vom Zustand des Instruments. Sein Urteil lautet: "Die Orgel ist sehr verschmutzt. Eine komplette Reinigung ist unumgänglich."

Komplett neu gestimmt

Sobald im September die letzte Hochzeit in der Wallfahrtskirche St. Felix im September stattgefunden hat, wollten die Orgelexperten aus Laberweinting anrücken. Daraus wird aber nun nichts. Die Diözese Regensburg hat sich bereit erklärt, das Projekt mit 22 Prozent zu bezuschussen. Ihr Orgelsachverständiger kommt Mitte Oktober nach Neustadt, um sich zu informieren.

Daher ist die Renovierung jetzt auf Frühjahr 2018 verschoben. Die Orgelexperten müssen sämtliche 1030 Pfeifen ausbauen. Diese werden größtenteils gewaschen. Fast 900 kleine Lederbälgchen zur Ansteuerung der Pfeifenventile müssen erneuert werden. Die Elektrik in der Orgel - Steuerung vom Spieltisch zu dem pneumatischen Relais mit den Lederbälgchen - entspricht laut Jann nicht mehr den gültigen Normen. Ebenso sind die Klaviaturen ausgespielt und müssen saniert werden. Die Bälge, die den Wind für die Orgel liefern, werden neu beledert. Nach der Reinigung werden die Pfeifen registerweise wieder eingebaut und auf Ansprache, Klangfarbe und Lautstärke intoniert. Am Schluss wird das Instrument komplett gestimmt.

Auf Hilfe angewiesen

Den Großteil der Kosten müssen die Franziskaner-Minoriten in Neustadt selbst finanzieren. Guardia Pater Stanislaus hofft auch auf die Unterstützung der vielen Kirchenbesucher.

Der Förderverein St. Felix mit seinem Vorsitzenden Gerd Werner hat schon einmal einen Zuschuss von 10 000 Euro in Aussicht gestellt. Zudem soll eine Patenschaftsaktion für die Orgelpfeifen ins Leben gerufen werden, ähnlich wie in Weiden bei der Restaurierung der Max-Reger-Orgel in St. Michael.

Außerdem organisiert der Förderverein am Sonntag, 29. Oktober, ein unterhaltsames Benefizkonzert mit dem Salonorchester in der Stadthalle. Das Ensemble hat sich zum kostenlosen Auftritt bereiterklärt. Der Erlös kommt ebenfalls der Erneuerung des Tasteninstruments in St. Felix zugute.

63 Jahre auf Buckel

Die Orgel in der Felixkirche stammt aus dem Jahr 1954. Gebaut hat sie die in Regensburg-Stadtamhof ansässige Werkstatt Eduard Hirnschrodt. Das Instrument besitzt elektropneumatische Kegelladen und 15 Register, die auf zwei Manuale und Pedale verteilt sind. Die Zahl der Pfeifen beträgt 1030. (ms)

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