18.10.2017 - 16:00 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Instrumente erschallen in St. Georg im Original und in Digitalkopie Tönender Wettstreit zweier Orgeln

Vor zehn Jahren wurde die neue Jann-Orgel der Stadtpfarrkirche vom damaligen Bischof Gerhard Ludwig Müller geweiht. Seitdem hat sich das Instrument in allen Rollen bestens bewährt: In den verschiedensten Formen der Liturgie bei der Begleitung der Gemeinde, des Kirchenchores und von Instrumenten sowie Instrumentalgruppen. Auch in vielen Konzerten, ob in solistischer oder begleitender Mission, überzeugte die Orgel viele Akteure und lockte Virtuosen wie Paolo Oreni an den Spieltisch.

Die Orgel in der Stadtpfarrkirche (oben) und das reale Vorbild der Digitalkopie aus Caen (unten)
von Harald BäumlerProfil

Als Höhepunkt der konzertanten Ereignisse in diesem Jahr hat der Kirchenchor ein selten gehörtes Werk auf das Programm gesetzt: Die Messe op. 4 für Soli, Chor und zwei Orgeln von Camille Saint-Saëns. Liszt verglich das Werk des nur 21-jährigen Komponisten mit einer "großartigen Kathedrale, in der Bach seine Kapelle haben könnte". Sie zählt unbestritten zu den bemerkenswertesten Zeugnissen französischer Messkomposition des 19. Jahrhunderts.

Im dialogischen oder gemeinsamen Zusammenspiel der beiden Orgeln mit dem Chor entstehen spannende akustische Effekte im Kirchenraum. Die Jann-Orgel bekommt für kurze Zeit eine digitale Kollegin im Chorraum, die mit der Software "Hauptwerk" arbeitet. Stark vereinfacht werden Pfeifenorgeln in vielen akustischen Einzelsequenzen aufgenommen. Die Einzelaufnahmen (Samples) werden beim Spiel über die Software zusammengesetzt.

Für das Konzert wurde als Original ein Instrument des bedeutendsten französischen Orgelbauers der Romantik, Aristide Cavaillé-Coll von 1885 ausgewählt. Sie steht noch bestens erhalten in der Kirche St-Étienne in Caen. Das Zusammentreffen zweier grundlegend verschiedener Orgelkonzepte wird klanglich sehr spannend. An der Hauptorgel musiziert der 19-jährige Lars Amann, der neben zwei eigenen Improvisationen auch Prélude, Fugue et Variation h-Moll von César Franck und Johann Sebastian Bachs berühmte Toccata und Fuge d-Moll spielt. Amann hat nach dem Abitur in diesem Jahr ein Musikstudium in Nürnberg begonnen. Seit Jahren wird er von dem Pariser Meisterorganisten Pierre Pincemaille vor allem in der Kunst der Improvisation unterrichtet.

Klara Bäumler hat sich an der Chororgel des kniffligen Parts der Messe angenommen und begleitet Solisten und Chor. Als Vokalsolisten sind Annette Scherb, Sopran und Betty Fröhlich, Alt sowie Alexander Meiler, Tenor und Peter Fröhlich, Bass zu hören. Es singt der Kirchenchor der Stadtpfarrkirche unter Leitung von Harald Bäumler. Der Eintritt ist am Sonntag, 22. Oktober, um 16 Uhr in St. Georg wie immer frei, Spenden werden erbeten.

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