02.04.2018 - 20:10 Uhr
Oberpfalz

Karin Schraml erzählt vom Jugendaustausch Operation Friendship Blumen vom Schnitzel-Schotten

Einen ganzen Tag fährt Karin Schraml mit Gerd Näger durch den Bayerischen Wald auf der Suche nach einer Hütte für das Hochlandtreffen. Mama Ulla Albert jammert mit dem Busfahrer in Geschäften und Kassenhäuschen. Jetzt freuen sich Mutter und Tochter auf ein Wiedersehen mit alten Freunden.

Karin Schraml und Mutter Ulla Albert lachen viel beim Durchforsten der Bilder von den Jugendbegegnungen mit Operation Friendship. Bild: ui
von Uwe Ibl Kontakt Profil

Weiden/Neustadt. 35 Jahre ist es her, dass sie erstmals beim Jugendaustausch von Operation Friendship (OF) teilnahmen. Im Jahr darauf fuhr Karin in die USA. Ihr Herz schlug aber für die Hochlandtreffen genanten Begegnungen mit Schweden und Schotten, bei denen sie auch die Leitung übernahm.

Erste Erfahrungen im Ausland hatte Karin bei einer Sprachreise in England gesammelt. Untergebracht war sie zwar auch privat, doch Kontakte mit Gleichaltrigen gab es nur in der Ferienschule. Bei OF dagegen steht die Begegnung der Jugendliche untereinander im Mittelpunkt. Die Sprache verbessert sich quasi nebenbei. Englisch ist meist der gemeinsame Nenner, um sich untereinander unabhängig von der Muttersprache zu verständigen. "Du lebst wie ein Zusatzkind in der Familie und bist gezwungen englisch zu sprechen - in jedem Land", meint Karin.

"Wir sind viel und weit gereist, aber es ist etwas ganz anderes, wenn Du am tägliche Leben teilnimmst", stimmen Karin und Mama Ulla überein. "Es ist doch etwas ganz anderes, wenn du ein paar Tage im Haushalt mitläufst."

Ullas erste Frage an Gäste war immer die nach dem Essen. "Wir hatten mal einen Schotten, der mochte Schnitzel und hat fünf Tage lang Schnitzel bekommen", lacht die heute 51-jährige Tochter. "Der Schnitzel-Schotte hat mir am Ende sogar Blumen geschenkt", freut sich Ulla.

"Ein Betreuer, der aus den USA kam, wollte sich bei uns im Garten nützlich machen", erinnert sich Ulla, die auch zu den internationalen Treffen, die jedes Jahr in einem anderen Land stattfinden, Gäste aufgenommen hat. Der junge Mann jätete Unkraut, kannte aus der Heimat keine Brennnesseln. "Er stand mit roten Armen da", erzählt die Weidenerin.

Weil die Gruppe Zeit hatte, zu wachsen und sich über mehrere Jahre zu sehen, gefiel Karin der Hochlandtreffen genannte Austausch mit einem Dreijahresrhythmus in den beteiligten Ländern besonders. Als Bayern an der Reihe war, suchte sie mit Näger, dem ehemaligen Geschäftsführer des Kreisjugendrings, eine Unterkunft, in der die Gruppe ihre Getränke selbst mitbringen konnte. So wollten sie Kosten sparen. Fündig wurden sie im Schutzhaus am Hohen Bogen.

"Meine Mutter und unser supernetter Busfahrer waren dann ständig unterwegs und haben vorgejammert, wie wenig Geld wir für die Gruppe haben", schmunzelt Karin. Die Finanzierung war damals wie heute Sache des Gastgeberlandes. "Wir haben überall Sondertarife oder zusätzliche Freikarten für Eintritte und Fahrten bekommen."

Bei den Schotten war zu dieser Zeit Elisha Fisher als Leiterin mit dabei und bei den Schweden einige Jahre lang Maria und Stefan Linderås. Sie alle kommen zur Internationalen Tagung von OF in den Landkreis. "Wir hatten lange persönlich Kontakt und uns auch privat besucht. Als Kinder kamen, ist es dann eingeschlafen." Umso mehr freut sich Karin auf ein Wiedersehen nach Ostern, auch wenn das nur kurz sein wird. "Wir fahren extra einen Tag früher vom Urlaub zurück." Sie ist gespannt, wie es Elisha und den anderen mittlerweile geht. "Wir werden in Erinnerungen schwelgen."

Du lebst wie ein Zusatzkind in der Familie und bist gezwungen englisch zu sprechen.Karin Schraml
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