07.04.2017 - 20:10 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Kinderhaus St. Joseph Auf dem Weg zur Vorzeige-Kita

Das Kinderhaus St. Joseph wird noch attraktiver. Jetzt beteiligt es sich am Bundesprogrammm "Sprach-Kita".

Das evangelische Haus für Kinder Gottfried Sperl in Vohenstrauß wird bereits erfolgreich von einer Fachkraft der ISKA betreut. Die Buben und Mädchen lernen gerne mit Spracherzieherin Karina Aschka aus der Gemeinde Georgenberg. Bild: dob
von Martin Staffe Kontakt Profil

Bürgermeister Rupert Troppmann rannte bei der Vorstellung im Stadtrat offene Türen ein. "Wir sind für alles, was Kindern nützt", sagte CSU-Sprecher Josef Arnold. "Das ist eine gute Sache", ergänzte Kollege Achim Neupert (SPD). Und auch Gerhard Steiner war begeistert: "Je früher wir im Bildungsbereich aktiv werden, desto besser." Der Rathauschef verschwieg nicht, dass das Vorhaben trotz großzügiger Förderung kein "Null-Summen-Spiel" werde. "Wir werden sicher etwas draufzahlen müssen." Aber das könne sich die Stadt leisten.

Laut Sitzungsleiter werde nach eingehender Beratung mit der Kita-Leiterin Katharina Pfistermeister sowie dem Kreisjugendamt das Mitmachen empfohlen. Als Partner für die Expertise und Betreuung durch eine Fachkraft biete sich eine Kooperationsvereinbarung mit dem Institut für Soziale und Kulturelle Arbeit (ISKA) in Nürnberg an. Das evangelische Haus für Kinder Gottfried Sperl in Vohenstrauß werde bereits erfolgreich von ISKA betreut. Dieser Service sei mit einer Jahrespauschale von 300 Euro abgegolten. Der Stadtrat segnete das Projekt einstimmig ab. Start in der Kindertagesstätte St. Joseph ist im Spätsommer 2017. Bürgermeister Troppmann sprach von einem weiteren Mosaikstein auf dem Weg zur Vorzeige-Kita. (Hintergrund)

Hintergrund

Alle Kinder sollen von Anfang an von guten Bildungsangeboten profitieren. Mit dem Bundesprogramm "Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist" stärkt das Bundesfamilienministerium die alltagsorientierte sprachliche Bildung, die inklusive Pädagogik sowie die Zusammenarbeit mit Familien in den Kitas. Die Maßnahme richtet sich an Kitas mit einem überdurchschnittlich hohen Anteil von Buben und Mädchen mit besonderem sprachlichem Förderbedarf.

"Sprach-Kita" startete im Januar 2016. Heuer werden zusätzlich 150 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Damit können insgesamt 7000 halbe Fachkraftstellen in Kitas und in der Fachberatung geschaffen werden. Der Bund lässt sich damit das Programm zwischen 2016 und 2020 eine Milliarde Euro kosten.

Die Sprach-Kitas erhalten gleich doppelte Unterstützung. Sie werden durch zusätzliche Fachkräfte mit Expertise im Bereich sprachliche Bildung verstärkt, die direkt in der Kita arbeiten. Diese beraten, begleiten und unterstützen bei der Weiterentwicklung der sprachlichen Bildung. Außerdem finanziert das Programm eine zusätzliche Fachberatung, die kontinuierlich und prozessbegleitend die Qualitätsentwicklung in den Sprach-Kitas unterstützt. Sie qualifiziert die Fachkräfte innerhalb eines Verbundes von 10 bis 15 Sprach-Kitas. Für die Beschäftigung einer Fachkraft mit 19,5 Stunden wird eine jährliche Förderung von 25 000 Euro erwartet. (ms)

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