06.04.2018 - 12:08 Uhr
Oberpfalz

Landkreis Neustadt/WN schrumpft weiter Wieder weniger Einwohner

Die Prognosen behalten recht: Der Landkreis schrumpft weiter. Allerdings sind die Verluste im ersten Halbjahr 2017 mit nur noch minus 74 Personen nicht mehr so hoch wie in den Monaten davor.

von Martin Staffe Kontakt Profil

Zum 30. Juni 2017 lebten in den 38 Städten und Gemeinden zwischen Eslarn und Kirchenthumbach nur noch 94 454 Männer, Frauen und Kinder. Das sind die aktuellsten Zahlen, über die das bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung verfügt. Das sind 343 Menschen weniger als ein Jahr zuvor. Zum 30. Juni 2016 waren bei den Rathäusern noch 94 797 Leute registriert, am 31. Dezember 2016 noch 94 528.

Die Zahlen beinhalten Asylbewerber, die in einer dezentralen Einrichtung oder Gemeinschaftsunterkunft gemeldet sind. Nicht erfasst werden dagegen die Flüchtlinge in den großen Notunterkünften.

Nur 10 der 38 Kommunen verbuchen einen Zuwachs, immerhin eine mehr als noch vor einem Jahr. Als einzige Gemeinde hielt Trabitz ihren Stand. Den größten Sprung nach oben schafft Pirk: von 1820 auf 1871. Das Plus von 51 erklärt Bürgermeister Michael Bauer mit der Ausweisung von Bauland und nennt die drei Baugebiete Ziegelleite (26 Grundstücke), Am Rotlaufholz (11) und Pirk Süd (13). Sämtliche Grundstücke sind verkauft.

Die positive Entwicklung setzt sich fort. Ganz aktuell überschreitet Pirk die 1900-Einwohner-Marke. Zum 1. April leben 1906 Menschen in der Gemeinde, weiß Bauer. Die Folge: Der Kindergarten muss erweitert werden, und auch in der Grund- und Mittelschule gehen die Schülerzahlen leicht nach oben.

Auf Platz zwei folgt Irchenrieth mit einem Zuwachs von 42. Die Gemeinde mit dem HPZ ist eh so etwas wie der Shootingstar. Seit 2000 kletterte die Einwohnerzahl von 953 auf ganz aktuell 1441. Zum 30. Juni 2017 waren es 1419. Das Plus beträgt immerhin fast 50 Prozent.

Die konsequente Siedlungspolitik von Bürgermeister Josef Hammer und dem Gemeinderat zahlt sich aus. Irchenrieth hat in den vergangenen Jahren über 200 Bauplätze ausgewiesen, davon sind 166 verkauft, der Rest ist reserviert. Und auf der Warteliste stehen schon wieder 18 Interessenten. Auch in Irchenrieth wächst der Kindergarten in den kommenden Monaten um eine vierte Gruppe.

Den größten Aderlass beklagt erneut Grafenwöhr. In der Soldatenstadt sank die Bevölkerungszahl um 185 - von 6521 auf 6336. Die zweitgrößte Stadt im Landkreis leidet unter einer hohen Sterberate, was auch mit auf die beiden Seniorenheime zurückzuführen ist. Zudem sind die amerikanischen Soldaten nicht meldepflichtig. Allerdings gibt es immer wieder Zivilamerikaner, die sich registrieren lassen. Sie haben Zeitverträge bis zu einem Jahr und ziehen dann wieder weg. Die Folge ist eine hohe Fluktuation.

Größte Stadt im Landkreis ist weiterhin Vohenstrauß. Die Pfalzgrafenstadt hat mit plus 32 ihre Führung auf 7414 Leute ausgebaut.

Kleinste Gemeinde bleibt Kirchendemenreuth (848), gefolgt von Schlammersdorf (866) und Bechtsrieth (1053).

Mit 2454 Einwohnern kommt der Markt Moosbach der Durchschnittsgröße aller 38 Kommunen (2485 Menschen) am nächsten.

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