30.06.2017 - 20:18 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Landrat Andreas Meier erklärt Schließung der Taverne am Stadtplatz Brandschutz ist nicht verhandelbar

Abserviert: Das Landratsamt hat dem Griechen am Stadtplatz die weitere Nutzung seiner Taverne wegen des fehlenden Brandschutzes untersagt. So mancher kann das nicht nachvollziehen. "Aber Brandschutz ist nicht verhandelbar", betont Landrat Andreas Meier am Freitag. Zudem will er weitere Dinge klarstellen, hat aber auch einen Lösungsvorschlag parat, der dazu führen könnte, dass der "Grieche" relativ bald wieder eröffnen kann.

Wer am Stadtplatz Griechisch essen möchte, steht derzeit vor verschlossener Tür. Der Grund: Brandschutzauflagen sind nicht erfüllt. "Aber es tut sich bereits etwas", will Landrat Andreas Meier wissen. Seine Behörde hat wegen des Entzug der Nutzungserlaubnis in den vergangenen Tagen nicht nur Verständnis geerntet. Bild: gsb
von Simone Baumgärtner Kontakt Profil

"Es gab und gibt keine Baugenehmigung für den derzeitigen Zustand", erklärt der Behördenchef und verweist etwa auf die nahezu verdoppelte Zahl der Gastplätze. Der Hauseigentümer - und das ist nicht der Gastronom - habe sich bislang schlichtweg geweigert, verschiedene Auflagen zu erfüllen. Der Fall erstrecke sich nun mehr bereits auf über knapp zwei Jahre.

So sei am 13. Oktober 2015 ein Antrag auf Genehmigung der Sanierung des historischen Bürgerhauses beim Landratsamt eingegangen. "Zu diesem Zeitpunkt waren aber mit Ausnahme des Dachgeschossausbaus die beantragten Maßnahmen bereits fertiggestellt." Der Volksmund spricht hier von Schwarzbau. Und für diesen brauche es einen Brandschutznachweis, teilte das Landratsamt im November 2016 mit und pochte auf einen entsprechenden Nachweis sowie die sofortige Einhaltung dieser Auflagen, "da die Nutzung der Gaststätte bereits im September 2016 vor Erteilung der Genehmigung begonnen wurde".

Doch die Unterlagen seien nicht eingereicht, eine Stellungnahme versäumt worden. Und das trotz der Androhung eines Zwangsgeldes und der Genehmigung der beantragten Fristverlängerung für das Beibringen der Unterlagen bis Anfang März 2017. Also gingen Mitarbeiter des Landratsamtes vor Ort und prüften. "Dabei wurde festgestellt, dass sämtliche erteilte Auflagen beziehungsweise Anforderungen noch nicht umgesetzt wurden." Obendrein habe der Brandschutznachweis, der schließlich von unabhängiger Stelle in der vergangenen Woche beim Amt eingegangen ist, "gravierende sicherheitstechnische Mängel aufgewiesen. Das hat uns zu sofortigem Handeln gezwungen", betont Meier. Der Grieche und sein Restaurant gerieten hierbei zwischen die Fronten. Unglücklich. Aber unvermeidbar, meint Meier.

So erinnert der Landrat an den Hochhausbrand in London sowie an die "tragischen Todesfälle von Schneitzelreuth". Sein Fazit: "Körperliche Unversehrtheit und Menschenleben können wirtschaftlichen Interessen keinesfalls untergeordnet werden." Dennoch habe seine Behörde dem Hauseigentümer einen Lösungsvorschlag unterbreitet. Auf den ersten Blick scheint der sehr komplex. Der Landrat aber ist sich sicher: "Das ist kein Hexenwerk. Die Forderungen kann jeder Gastronom, der die Brandschutzregeln erfüllt, nachvollziehen." So werden unter anderem der Einbau einer Brandschutztür ins Obergeschoss, der Notausstieg aus dem Keller sowie eine Nottreppe an der Terrasse gefordert.

In Kombination mit einer schriftlichen Mitteilung, in der der Hauseigentümer erklärt, dass er das Obergeschoss nicht nutze, könne es zu einer baldigen Wiedereröffnung des Lokals kommen. "Es liegt also nun - wie bislang auch - an dem Hauseigentümer, die Auflagen zeitnah und vollständig zu erfüllen", sagt Meier. Darauf wartet auch der Grieche.

Stimmen aus dem Netz

"Da langt man sich doch ans Hirn"

Neustadt/WN. (mte) Der Brandschutz ist nicht gewährleistet. Deshalb verbot das Landratsamt dem griechischen Gastronom am Neustädter Stadtplatz die weitere Nutzung seiner Taverne. Das bleibt auch auf der Facebookseite von Onetz nicht unkommentiert:

"Und das stellt man nach der Eröffnung fest? Schade um den besten Griechen in der Oberpfalz!" Thomas Wirth

"Willkommen in Deutschland!" Eva-Maria Fritsch

"Versteh' ich nicht. Renovierung, Gewerbeamt und so weiter müssen doch eine Bauabnahme gemacht haben. Da hätte man doch gleich darauf hinweisen müssen." Irmi Schneck

"Da langt man sich doch ans Hirn. Jetzt hätten wir in unserem toten Neustadt endlich ein Lokal, um gut zu essen. Dann kommt's Landratsamt hinterher drauf ... Wundert mich nicht, dass Neustadt nur noch Durchfahrtsstadt ist. Da reißt es auch das ach so tolle Pflaster am Stadtplatz nichts raus. Sabine Eismann

"Das ist doch kein Skandal, wenn Brandschutzbestimmungen nicht in Ordnung sind. Wenn eine Person ums Leben kommen würde, wer hält dann den Kopf hin. Doch nicht das Bauamt oder der Landrat. Ich glaube, die haben nur ihre Pflicht getan gegenüber den Gästen." FX Müller

"Laut Landratsamt waren die Bauarbeiten schon vor der Bauantragsstellung durchgeführt. Schwarzbau also. Da hält sich mein Mitleid mit dem Hauseigentümer in Grenzen. Ich hoffe trotzdem für den Wirt, dass die Brandschutzvorschriften schnell eingehalten werden können und er wiedereröffnen kann." Daniela Fuhrmann

"Dann sollen sie mal die kompletten Häuser untersuchen, ob die sicher sind. Der komplette Stadtplatz ist zusammengebaut." Edeltraud Kallmeier

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Der Artikel zur Schließung im Internet:

www.onetz.de/1762328

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