18.04.2018 - 11:44 Uhr
Oberpfalz

Landrat Andreas Meier verleiht Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten Ansporn für Andere sein

Die vier Persönlichkeiten, denen Landrat Andreas Meier in der Schlosskapelle das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für besondere Verdienste verleiht, werden wohl die letzten Jubilare sein, deren Urkunde noch die Unterschrift von Ministerpräsident Horst Seehofer trägt.

Landrat Andreas Meier (Dritter von rechts) freut sich mit den Jubilaren Irmgard Bótha, Franz Kaas, Werner Windisch und Ewald Zetzl (mit Urkunden, von links). Die Waidhauser Bürgermeisterin Margit Kirzinger (links) gratuliert zur Verleihung des Ehrenzeichens des Ministerpräsidenten. Bild: Schönberger
von Martin Staffe Kontakt Profil

Darauf verwies Landrat Andreas Meier in der Feierstunde am Dienstagnachmittag. Oft seien die Oberpfälzer bescheiden und drängten sich nicht in den Mittelpunkt. Doch wer sich so maßgeblich für die Lebensqualität im Landkreis einsetze, müsse öffentlich gewürdigt werden. "Damit wir den Menschen zeigen, was Sie geleistet haben, und damit Sie ein Ansporn für andere sind", sagte der Chef im Lobkowitzerschloss und dankte Irmgard Bótha, Franz Kaas und Ewald Zetzl, alle Waidhaus, sowie Werner Windisch aus Weiherhammer für ihr herausragendes Engagement zum Wohle der Allgemeinheit.

Die Ungarnhilfe ist seit nunmehr 20 Jahren Irmgard Bótha ein Herzensanliegen. Sie sammelt gut erhaltene Kleidung und Spielzeug und transportiert diese in die Nähe von Budapest. Die Hilfsgüter werden an bedürftige Familien, Kinder- und Altenheime, an eine Behinderteneinrichtung sowie an ausgegrenzte Sinti- und Romafamilien verteilt.

Wichtiger Ansprechpartner

Aber auch in Waidhaus bringt sich Bótha in das Gemeindeleben ein. Seit 2011 Seniorenbeauftragte, kümmert sie sich um die älteren Menschen. Der monatliche Seniorentreff im Gemeindezentrum wird gerne angenommen. Ein Erfolg war auch der Fahrdienst zum Supermarkt. "Sie nimmt sich Kindern illegal Eingereister an und ist für die Bundespolizei ein wichtiger Ansprechpartner", zitierte Landrat Meier aus der zweiseitigen Laudatio. Seit 2016 trägt sie als Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Verantwortung. Trotz gesundheitlicher Einschränkungen nimmt sie alle ehrenamtlichen Aufgaben mit vollem Einsatz und Freude wahr.

Der TSV Waidhaus wäre ohne Franz Kaas schwer vorstellbar. Seit 1972 Hauptkassier, hat er in dieser langen Zeit viele Baumaßnahmen abgewickelt, darunter etwa das Hans-Sommer-Sportheim, den B-Platz, die Flutlichtanlage und drei Tennisplätze sowie den Kauf eines Vereinsbusses. Bei zwei Jubiläen leitete er das Festbüro.

Auch der Pfarrgemeinderat kann seit 1978 auf den Vorsitzenden des Caritas-Ausschusses und den Kommuniondiener zählen, ebenso die Marianische Männerkongregation. Viele Jahre leitete er im Namen der Pfarrgemeinde bei der Bürgerinitiative "Waidhaus 2030" das Projekt "Stadtumbau West". Als Vorsitzender ist der ehemalige Bankkaufmann mit dem Geschäftsführer für die Caritas-Station des Dekanats Leuchtenberg verantwortlich. Seine Erfahrungen bringt er auch bei zwei Schützenvereinen, beim Musikverein und beim Oberpfälzer Waldverein ein.

Seit über 60 Jahren ist Werner Windisch Mitglied bei der Faustball-Abteilung der TSG Mantel-Weiherhammer, jahrzehntelang war er auch Aktiver, von 1976 bis 1978 und von 1979 bis 1990 Spartenleiter. Zunächst acht Jahre dritter Vorsitzender, ist er seit 1990 vorbildlicher TSG-Chef. Seinem großen persönlichen Einsatz ist es zu verdanken, dass sich die historische Turnhalle wieder in einem sehr guten Zustand befindet. Fast ein Jahr lang bewirtschaftete Windisch zusammen mit seiner Frau und Mitgliedern die Turnhallengaststätte.

18 Jahre Bürgermeister

Darüber hinaus war der Sozialdemokrat auch in der Kommunalpolitik eine prägende Größe. Nach sechs Jahren im Gemeinderat wählten ihn die Weiherhammerer 1996 zum Bürgermeister, 18 Jahre lang war er Chef im Rathaus und VG-Vorsitzender. Zudem gehörte er von 2002 bis 2014 dem Kreistag und von 2003 bis 2008 dem Bezirkstag an. "Er hat sich vorbildlich für die Weiterentwicklung der Gemeinde und für die Belange der Bürger eingesetzt", heißt es in der Laudatio.

Seit Jahrzehnten engagiert sich Ewald Zetzl im Waidhauser Vereinsleben, vor allem im Kleintierzuchtverein Waidhaus und Umgebung. Sein Wirken ist vielseitig: von 1995 bis 2008 Ringwart, seit 2008 zweiter Vorsitzender. Als Bauleiter organisierte er die fünf Jahre dauernde Errichtung des Vereinsheims. Drei Jahre später begann der zweite Abschnitt, der Bau der Pfreimdtalhütte. Wieder fungierte er von 2003 bis 2008 als Bauleiter. Zahlreiche Feste tragen seine Handschrift, auch die Kreisgeflügelschau 2013.

Ein wichtiger Mitstreiter war der Geehrte in der Vereinsgemeinschaft Waidhaus, deren Geschicke er von 2006 bis 2009 sowie von 2011 bis 2014 lenkte. In seine Amtszeit fiel die Anschaffung der Weihnachtsbeleuchtung. Seit der Gründung der Dorfgemeinschaft Pfrentsch im Januar 2015 steht er auch an deren Spitze. Seit 2002 ist er ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht Regensburg, seit 2014 vertritt er die Interessen der Pfrentscher im Waidhauser Marktrat.

Die Waidhauser Bürgermeisterin Margit Kirzinger war von sichtlicher Freude erfüllt, dass drei der vier Ausgezeichneten aus ihrer Marktgemeinde kommen. Alle vier Persönlichkeiten hätten dazu beigetragen, dass es in ihren Kommunen "angenehm zugeht, gesellschaftliches Leben herrscht und sich die Vereine in guten Händen befinden". "Wir können stolz auf euch sein."

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