23.08.2017 - 14:52 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Langjähriger Stadtrat und Ehrenvorsitzender der früheren Eigenheimsiedler ist im Alter von 96 ... Verdienter Kommunalpolitiker und Siedler verstorben

"So wie es kommt, so musst du es nehmen, kannst nichts machen dagegen. Das Schicksal bestimmt dein Leben, das der Herrgott dir hat gegeben". Mit diesen Worten sah Rudolf Trauner sein Leben an seinem 95. Geburtstag treffend wiedergegeben. Jetzt starb er im Alter von 96 Jahren im Krankenhaus Tirschenreuth.

Zitherspielen war Rudolf Trauners Leidenschaft. Seit einigen Jahren machten allerdings seine Hände nicht mehr so mit. Jetzt starb er im Alter von 96 Jahren. Bild: prh
von Hans PremProfil

Trauner sah sein Leben in drei Teilen: Die unbeschwerte Jugend in der Kreisstadt, die schweren Schicksalsjahre in Krieg und Gefangenschaft und das erfüllte Familien-, Kommunal- und Vereinsleben danach. Am 7. Mai 1921 kam er in Neustadt zur Welt. Mit 13 Jahren begann er eine Lehre als Kugler und arbeitete später als Glasschleifer bei der Firma F.X. Nachtmann.

Mit 19 Jahren wurde er zum Arbeitsdienst eingezogen, musste am Russlandfeldzug teilnehmen und war bis 1950 in Gefangenschaft. Trotz der entbehrungsreichen Nachkriegszeit heiratete er 1952 Ehefrau Lisa, die ihm drei Söhne und eine Tochter schenkte. Die Familie baute ein Eigenheim in der Veilchenstraße.

"Hätte man mir gesagt, dass ich mit 95 Jahren noch auf meinem eigenen Grund und Boden feiern kann, ich hätte es nicht geglaubt", scherzte er noch vor einem Jahr auf seiner Geburtstagsfeier. Bis vor zwei Wochen konnte er sich noch alleine in der Wohnung mit Hilfe des Pflegedienstes versorgen. Dann ging er zum Gesundheitscheck ins Krankenhaus Tirschenreuth, wo er am Dienstag starb.

Trauner erwarb sich große Verdienste in der Kommunalpolitik und im Neustädter Vereinsleben. 1968 trat er der SPD bei und saß von 1972 bis 1996 im Stadtrat. 1989 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Sein Herz schlug aber auch immer für die Siedler. 26 Jahre lang war er Vorsitzender der Eigenheim-Siedler und wurde dafür zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Außerdem war er unter anderem engagiert bei der Arbeiterwohlfahrt, der Feuerwehr und vielen anderen Vereinen. Als echter Naturmensch fühlte er sich auch dem OWV verbunden.

Der Tod der Ehefrau 1999 war ein harter Schicksalsschlag. Seine trüben Gedanken vertrieb er sich mit Zitherspielen. Um Rudolf Trauner trauern die Kinder Walter, Rudi, Wolfgang, Lothar und Cornelia, Enkel und Urenkel. Nicht nur sie werden seine wunderbaren Geschichten und Anekdoten, die er erzählen konnte, vermissen.

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