Michael Lerchenberg liest Ludwig Thoma
Mit Keifen und schniefen Publikum begeistert

Michael Lerchenberg trug in der Stadthalle Ludwig Thomas Heilige Nacht vor. Veronika Ponzer begleitete ihn an der Konzertharfe. Die 200 Besucher spendeten langanhaltenden Beifall. Bild: arw

"Ich habe die Erzählung der Heiligen Nacht schon mehrmals gehört. Regisseur und Intendant Michael Lerchenberg brachte seine Heilige Nacht von Ludwig Thoma im bairischen Dialekt gut rüber." Nach dem Ende der Veranstaltung sind sich nahezu alle Besucher einig.

Passend zum vierten Adventssonntag hatte Lerchenberg alle Kerzen am Adventskranz entzündet. Daneben stand der mit roten Kugeln geschmückte Christbaum und auf einem Holzschlitten lagen die Päckchen, die das Christkind bereits verpackt hatte.

Rollen vereint

Immer wieder wechselte Lerchenberg die Tonlage zwischen männlich und weiblich. Besonders intensiv geschah das beim Anklopfen an den verschiedenen Gasthäusern, bei denen Maria und Josef um Herberge baten. Gedämpftes Gelächter kam von den Zuschauern, als Lerchenberg bei Josaias anklopfte. Um 22 Uhr wolle sie ihre Ruhe haben und überhaupt wisse sie nicht, wer da sei, keifte er mit bissiger Frauenstimme.

Dann riet der Wirt dem jungen Paar, eine der drei Scheunen zu benützen. Hatte ihn doch das schlechte Gewissen geplagt? Die Harfinistin Veronika Ponzer, begleitete den 63-Jährigen auf ihrer Konzertharfe mit besinnlichen Stücken. Die Akustik und Beleuchtung hatte Horst Washausen während der Aufführung hervorragend gemeistert.

Kampf mit der Nase

Der singende Schauspieler Lerchenberg meisterte den Abend bravourös, obwohl er nicht nur mit einer laufenden Nase kämpfte. Am Ende des Abends gab er zu, dass ihm das peinlich gewesen sei und auch schwierig. Man könne schnell die Konzentration verlieren. "Da muss was auf dem Tisch gelegen haben", witzelte er. Dort stand am Anfang nur ein leeres Glas. Das Wasser holte er sich zu Beginn des Auftritts flugs selbst. Das Publikum nahm es gelassen und dankte den beiden Akteuren mit langanhaltendem Applaus.
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