Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald meldet Rekord
Keiner hat so viele Mitglieder

Die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Wolfgang Lippert (rechts) und OB Kurt Seggewiß (links) sowie Geschäftsführer Martin Koppmann (Mitte) ehren treue Mitglieder. Für die LBV-Kreisgruppe Weiden/Neustadt nimmt der Leiter der Bezirksgeschäftsstelle und kommissarische Kreischef Christoph Bayer (Zweiter von links) und für die Gemeinde Schlammersdorf Bürgermeister Gerhard Löckler (Zweiter von rechts) die Urkunde entgegen. Jagdschutz- und Jägerverband sowie LBV-Ortsgruppe Weiherhammer sind nicht erschienen.
 
"Grüner Engel" Mathilde Müllner. Bild: Schönberger

Der Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald meldet einen Mitgliederrekord. Kein anderer Park in Bayern ist so breit aufgestellt.

Seit der Gründung vor 75 Jahren hatte der Naturpark noch nie so viele Mitglieder. 269 seien Rekord, sagte stellvertretender Vorsitzender Wolfgang Lippert in der Jahresversammlung des Naturparkvereins im "Weißen Rößl". Tendenz steigend. Mitglieder sind 38 Gemeinden im Kreis Neustadt und 4 in Tirschenreuth, die Landkreise Neustadt und Tirschenreuth, die Stadt Weiden, 37 Verbände, 91 Privatpersonen, 21 Gastronomiebetriebe, 1 Ehrenvorsitzender, 1 Ehrenmitglied und 73 Landwirte. Kein anderer der 18 Naturparkvereine im Freistaat könne auf eine so große Mitgliederzahl zurückgreifen. Jedoch beschere dies im Gegenzug auch hohe Erwartungen.

Der Tirschenreuther Landrat, der in Vertretung des verhinderten Vorsitzenden Andreas Meier die Sitzung leitete, kündigte an, dass der Naturpark gemeinsam mit der Stadt Windischeschenbach und der Familie Senft den Naturerlebnispfad Schweinmühle sanieren und dort eine Naturpark-Infostelle einrichten werden. Im Mittelpunkt stehen die Elemente "Entdecken-Erleben-Begreifen". Zudem sollen hier künftig Naturparkprodukte zentral erhältlich sein. "Die sind der Renner", meinte Lippert begeistert.

Wegen der deutlich erhöhten Verwaltungskostenpauschale hat sich der Park entschlossen, eine weitere Fachkraft für den Bereich Landschaftspflege einzustellen. Ab 1. April wird Laura Strixner aus Regen das Team verstärken und gleichzeitig Geschäftsführer Martin Koppmann bei der Beantragung und Abwicklung von Fördermaßnahmen entlasten.

Lippert und Koppmann sprachen von folgenreichen Veränderungen, auch auf Landesebene. Beide sehen darin auch die große Chance, den "Deutschen Qualitätsnaturpark" noch besser ausgestalten zu können. So stehe der Institution jährlich eine Verwaltungskostenpauschale in Höhe von 60 000 Euro zur Verfügung. Dieser Betrag soll in erster Linie zweckgebunden für die Neueinstellung von zusätzlichem Personal verwendet werden. Beim Naturpark Altmühltal wurde eine Koordinierungsstelle für alle Parke eingerichtet.

Die Arbeitsgemeinschaft bayerischer Naturparke im Landkreistag ist inzwischen ein eingetragener Verein. Das Umweltministerium ordnete die Aufstellung eines Entwicklungskonzepts an, was für Koppmann auf einen neuen Pflege- und Entwicklungsplan hinauslaufen kann. Den Bericht der Rechnungsprüfer gab in seiner unnachahmlichen Art Fred Lehner. Der Flosser dankte wie Lippert dem "Mister Naturpark" Koppmann für sein Engagement für die Einrichtung. Ihm gingen die Ideen nicht aus. Aber trotz allem ehrenamtlichen Engagements sei mittlerweile die Schmerzgrenze erreicht.

Im vergangenen Jahr habe der Park 245 158 Euro an staatlicher Förderung erhalten, noch einmal 13 454 Euro mehr als im Vorjahr. Die Mittel seien ein Segen für die Gestaltung und Erhaltung unserer Heimat. Ebenso einmütig wie die Entlastung erteilt wurde, segnete die Versammlung das Jahresbauprogramm von 650 000 Euro ab (wir berichteten). Den Abschluss bildete die Ehrung treuer Mitglieder. Für 25 Jahre wurden mit Urkunde und Präsent ausgezeichnet: die Kreisgruppe Weiden/Neustadt des Landesbundes für Vogelschutz, die Ortsgruppe Weiherhammer des Landesbundes für Vogelschutz, der Jagdschutz- und Jägerverband Weiden/Neustadt und die Gemeinde Schlammersdorf.

Höhere BeiträgeProblemlos ging die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge über die Bühne. Die letzte Anpassung liegt schon 18 Jahre zurück. "Ich denke, es gibt in der Region keinen vergleichbaren gemeinnützigen Verein, der so lange die Beiträge stabil gehalten hat", sagte stellvertretender Vorsitzender Wolfgang Lippert.

Auf einstimmigem Beschluss gelten rückwirkend zum 1. Januar 2018 folgende neuen Sätze: Gemeinden zahlen 14 Cent (bisher 9 Cent) pro Einwohner, die Landkreise Neustadt und Tirschenreuth sowie die Stadt Weiden 11 Cent (8 Cent). Verbände müssen 55 Euro (52 Euro) berappen, Einzelmitglieder 20 Euro (16 Euro) und Direktvermarkter einheitlich 55 Euro (bisher 16 bis 52 Euro). Die Anpassung bringt Mehreinnahmen von 7990 Euro.

Zum Vergleich: Beim Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst beträgt der Mitgliedersatz bei Kommunen 16 Cent pro Einwohner. Der Verband Deutscher Naturparke hat seinen Mitgliedsbeitrag für die Naturparke seit 2002 von 1300 auf 2500 Euro erhöht (ms)
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