12.04.2018 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Neustadt/WN investiert Millionen Euro in Hochwasserschutz Zehn Meter tiefe Bohrungen

Weitere Etappe auf dem Weg zum Hochwasserschutz: Das Wasserwirtschaftsamt Weiden hat bis Donnerstag in der Kreisstadt Bohrungen vornehmen lassen.

Hinter der Zoigl-Gaststätte "Brucksaler" nehmen die Experten mit Hilfe des Raupenbohrgeräts die Kernbohrungen vor. Die Bohrkerne werden in einer Kiste gesammelt und dann ausgewertet. Von links vom Wasserwirtschaftsamt Weiden: Fachbereichsleiter Bauoberrat Andreas Ettl und Projektleiter Christoph Hartmann. Bild: Schönberger
von Martin Staffe Kontakt Profil

Im Zuge der Hochwasserschutzplanung hatte die Firma Dr. Spang Ingenieurgesellschaft für Bauwesen, Geologie und Umwelttechnik mbH aus Nürnberg bereits Mitte März Rammsondierungen ausgeführt. Anfang dieser Woche folgten nun die eigentlichen Bohrungen. Dazu rückte die Firma Grimm Hohenstein-Ernstthal, Subunternehmer von Dr. Spang, mit großem Bohrgerät an.

"Zehn Bohrkerne mit einem Durchmesser von zwölf Zentimetern wurden aus einer Aufschlusstiefe von bis zu zehn Metern gewonnen", verrät Projektleiter Christoph Hartmann. Sämtliche Bohrlöcher wurden nach Abschluss der Arbeiten wieder verfüllt. Die Bohrer drehten sich entlang der Waldnaab und der Floß.

Im nächsten Schritt werden die gewonnen Bodenproben auf umweltanalytische und bodenmechanische Parameter erforscht. Die Laboruntersuchungen geben unter anderem Aufschluss über die Tragfähigkeit und den Wassergehalt des Baugrunds sowie Hinweise zu möglichen Schadstoffbelastungen. Die Ergebnisse der Baugrundüberprüfung werden in einem Gutachten beschrieben.

Der Hochwasserschutz kostet rund vier Millionen Euro und wird großzügig gefördert. Die Stadt muss nur 35 Prozent der Aufwendungen übernehmen. Das Wasserwirtschaftsamt erwartet bereits in den nächsten Wochen einen Vorentwurf.

Nach Entwurf- und Genehmigungsplanung, Wasserrechtsverfahren, Planfeststellungsbeschluss und Ausführungsplanung könnte 2020 mit den Arbeiten begonnen werden. Der Abschluss wäre dann 2022. Konkret geht es darum, dass bei drastischen Überschwemmungen von Waldnaab und Floß - die Planungen gehen von einem 100-jährlichen Hochwasser aus - Schäden bis zu zehn Millionen Euro in der Freyung drohen. Fast 100 Wohnhäuser sowie 27 Betriebe und Büros wären gefährdet. Mit Deichen, Mauern und zusätzlichen Maßnahmen soll vorgesorgt werden.

"Aber alles soll sich gut ins Stadtbild einfügen", versichert Bürgermeister Rupert Troppmann, dem das Projekt eine große Verpflichtung ist. Das Untersuchungsgebiet reicht vom Sägewerk Kraus bis zur Waldnaabbrücke und zur Freizeitanlage.

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