11.02.2018 - 17:39 Uhr
Neustadt an der Waldnaab

Neustädter Faschingszug mit besonderem Schmankerl Überraschung für den König

Die Menschen drängen sich an der Straße. Auf dem Stadtplatz ist kein Durchkommen, Techno und Kinderlieder sind von Weitem zu hören und ein Bananen-Papa trägt seinen Löwen-Sohn auf den Schultern: Es ist Faschingszug in Neustadt. Und da gibt's eine besondere Überraschung für "König Mario".

"Wer wartet schon gerne 800 Jahre?" Beim Faschingszug in Neustadt nehmen die Wagen lokale und überregionale politische Ereignisse aufs Korn. Doch der Zug ist in diesem Jahr vor allem wieder eine Riesengaudi. Das ließen sich fast 10 000 Besucher aus der Region nicht entgehen. Bilder: Schönberger (7)
von Dominik Konrad Kontakt Profil

Schon vor 13 Uhr steht Julian Kuttner in der Inneren Floßer Straße und weist Fußgruppen und Fahrzeuge auf den richtigen Platz in der Reihe ein. 70 Startnummern haben Kuttner und Kevin Hammer vom Faschingszug-Ausschuss vergeben. Der Mann mit den blauen Haaren und der gelben Warnweste sagt stolz: "Wir haben knapp tausend aktive Teilnehmer." Er fährt mit seinem City-Roller zwischen den Gruppen hin und her. An den Lenker hat er sich einen Plüschbären gebunden. Ein gekringeltes Kabel führt zu seinem Ohr: "Wir halten ständig per Funk Verbindung mit Polizei und Sicherheitskräften", erklärt Kuttner.

Am anderen Ende des Faschingszugs wartet Hammer darauf, dass es endlich los gehen kann. Er fährt im Wagen des Neustädter Faschingsvereins mit. Allein dort sind 60 Kartons mit je 190 Chips-Packungen und noch einmal die gleiche Menge Popcorn aufgeladen. Das Wetter meint es in diesem Jahr nicht so gut mit dem Neustädter Faschingszug. Als sich die Wagen in Bewegung setzen, fallen die ersten Schneeflocken. Doch die Hexen, Einhörner, Nonnen, wilden Tiere, Bananen und FBI-Agenten am Straßenrand feiern den Tross der Faschingsgesellschaften und-vereine.

Eine besondere Überraschung haben die Maschkerer für den Vater von Prinz Tobias vorbereitet: Mario Frischholz ist am Sonntag 50 Jahre alt geworden. Seine Frau Monika, Freunde und Familie sowie die Ski-Abteilung des TV Floß haben ihm heimlich einen eigenen Geburtstags-Wagen gebaut. Zwei Wochen hat Monika Frischholz Geschichten erfunden, damit ihr Mann keinen Verdacht schöpft. "Er hat sich schon gewundert", sagt sie. Dann holen sie am Morgen des Faschingszuges den unbedarften "König" Mario mit Wagen und großem Trara zum Faschingszug ab. Und der freut sich natürlich riesig.

Gefreut haben sich auch Polizei und Rettungskräfte über den Ausgang: Vor der After-Zug-Party meldete Polizeihauptkommissar Hermann Weiß lediglich zwei Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie einen gegen das Waffengesetz. Die Sanitäter des BRK behandelten laut Einsatzleiter Sebastian Windschügl acht Personen, etwa wegen kleinerer Verletzungen oder Kreislaufproblemen. Die Polizei vermutete in diesem Jahr eine geringere Zahl an Teilnehmern als das Jahr zuvor. Sie schätzt, dass sich etwa 7000 Personen den Zug angeschaut haben. Die Veranstalter gehen von etwa 10 000 aus.

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