25.03.2018 - 16:22 Uhr
Neustadt an der Waldnaab

Passionskonzert des Gymnasiasten beeindruckendes Erlebnis Sechshändig am Klavier

Elf Schülern des Gymnasiums gelingt in der Pfarrkirche St. Georg eine eindrucksvolle Einstimmung auf die Passionszeit. Stellvertretender Schulleiter Manfred Hößl bezeichnet die Veranstaltung als einen von mehreren Mosaiksteinchen der Schule, mit denen der Stadt zum 800. Geburtstag gratuliert werden soll.

Sophie Zahner und Klara Bäumler begeistern die Zuhörer.
von Redaktion OnetzProfil

Wohl wegen des erneuten Wintereinbruchs war das Gotteshaus nicht vollbesetzt. Die elf junge Talenten der musischen Klasse boten trotz klammer Finger überragende Leistungen. Einstudiert hatten die musikalischen Happen die Musikfachlehrer Markus König von der Klarinetten- und Saxofonklasse, Marion Elling von der Querflötenklasse, Melanie Häckel von der Gitarrenklasse und Karl-Heinz Kuhl und Klara Bäumler, die zwei ihrer Schülerinnen musikalisch begleitete, von der Klavierklasse. Wolfgang Gleixner, Planer und Koordinator des Konzertes, hatte den Schülern freie Auswahl der Musikstücke aus einem vorgegebenen Angebot gelassen.

In dem abwechslungsreichen Programm stand das Klavier im Vordergrund, das zudem zu Querflöte, Klarinette oder Saxofon als gleichwertiges Begleitinstrument diente. Im ersten Teil standen Werke von Komponisten des 18. Jahrhunderts im Mittelpunkt. Markus Mathy (10 a) eröffnete den musikalischen Reigen an der Kirchenorgel mit einem festlichen Adagio aus der "Toccata in C-Dur" von Johann Sebastian Bach. Ihm folgte Bachs Präludium XII, von Florian Schieder (10 a) perfekt am Klavier interpretiert.

Mit einem Tanz der Barockzeit, der Giga "Siciliana" aus Georg Friedrich Händels Sonate in F-Dur, beeindruckte Anna-Maria Kindl (10 a) an der Querflöte, ehe noch einmal Bach mit der Sinfonia in c-Moll zu hören war, gespielt vom Pianisten Marco Langner (10 a). Schließlich brillierte Lena Hagn (9 c) mit hellen Trillertönen an ihrer Querflöte im Largo des belgischen Komponisten Jean-Baptiste Loeillet. Als Kontrast zu den bisher spätbarocken Klängen im atmosphärischen Ambiente der Stadtpfarrkirche überzeugten im Konzertmittelteil drei Schüler mit klassischen Gitarrenstücken: Sophia Schieder (9 c) brachte auf wohltuende Weise das Stück "Jim" von Payr zu Gehör. Ihr stand Natalie Riedl (9 c) mit dem Entrée aus der Partita in e-Moll von Brescaniello in Nichts nach, ehe Christian Hagn (Q 12) mit "Un dia" des kubanischen Komponisten Leo Brouwer in lateinamerikanische Stimmung versetzte.

Danach vollzog sich ein Wechsel zur Wiener Klassik. Markus Mathy am Klavier blieb mit seinem Adagio aus der Sonate in F-Dur" von Joseph Haydn der getragenen Musik des Abends treu. Gekonnt wagte sich die Klarinettistin Mirijam Gläser (Q 12) an das berühmte "Adagio" von Wolfgang Amadeus Mozart, einem Stück mit dissonanten und chromatischen Passagen, Tonleiterläufen und großen Tonsprüngen, das auf vielen Samplern und Filmmusik-CDs zu finden ist. Nun verlagerte sich die Musik ins 19. und in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Fernweh nach Lateinamerika weckte das Saxofonstück "Piece en forme de Habanera" von Maurice Ravel, einem Tanz afrokubanischen Ursprungs, dem Sophie Zahner (Q 11) mit vibrierenden dunklen Tönen Ausdruck verlieh. Erneut begeisterte Lena Hagn an der Querflöte mit "Sicilienne" des im internationalen Musiklebens wenig präsenten Franzosen Gabriel Fauré.

Zu einem weiteren Höhepunkt des einstündigen Konzertes geriet das von Marco Langner, Markus Mathy und Paula Meiler (alle 10 a) sechshändig vorgetragene Klavierstück "Andante sostenuto" des russischen Komponisten Sergei Rachmaninoff. Den Schlusspunkt setzte Florian Schieder, diesmal an der Orgel, mit seinem ausdrucksstarken "Gebet an die Muttergottes", dem "Prière à Notre Dame" des französischen Organisten Léon Boëllmann.

Mit andauerndem Applaus und Standing Ovations als verdienter Lohn für die jungen Interpreten sowie der Bitte um Spenden zugunsten der Welthungerhilfe endete ein beeindruckender Konzertabend.

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