15.09.2017 - 20:00 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Pater Stanislaus berichtet aus Uganda Ein Leben als Missionar

Der ehemalige Guardian von St. Felix, Pater Stanislaus Strojecki, ist momentan zu Gast im Kloster St. Felix. Seit November arbeitet er als Missionar in Uganda. Das ist alles andere als langweilig, berichtet er.

Pater Stanislaus, der ehemalige Guardian von St. Felix, hat seine schwarze Franziskaner-Minoriten-Kutte mit dem grauen Amtsgewand der Missionare getauscht. Bild: prh
von Hans PremProfil

Es habe schon einige Zeit gedauert, bis Pater Stanislaus mit der Mentalität der Ostafrikaner zurecht gekommen sei. "Manche sind stur und lassen sich nicht von ihrer Meinung abbringen. Aber vor allem die jungen Menschen öffnen sich und erzählen von ihren Träumen und Plänen." Die Zukunft der Jungen sehe jedoch nicht rosig aus.

Seit November hat "Pater Stan", wie ihn die Felix-Ministranten immer noch nennen, die schwarze Kutte der Franziskaner-Minoriten mit der grauen Amtstracht der Missionare getauscht. Seit 1995 betreut er die Uganda-Mission bereits. Er hat in der Oberpfalz viele Patenschaften vermittelt und wertvolle Kontakte für die gute Sache geknüpft. Das ist unter anderem der Grund, warum er sich zurzeit am Felix aufhält.

Über mangelnde seelsorgerische Arbeit kann sich der Geistliche nicht beklagen. Er betreut Matugga, die zweite von drei Niederlassungen der Minoriten in Uganda. Zur Mission gehören eine Kirche in der Endbauphase, ein Kloster und eine Grundschule. In der dazu gehörigen Pfarrei leben rund 30 000 Einwohner.

Mühseliger Verkehr

Hinzu kommen neun Dörfer, in denen Stanislaus für die Seelsorge zuständig ist. Die Arbeit teilt er sich mit Guardian Pater Adam. Bei Urlaubsvertretungen muss er zusätzlich in Kakooge oder Munyonyo aushelfen. Dabei wird der Verkehr zum Problem. Matugga ist ein Vorort der Hauptstadt Kampala. Bis ins Zentrum sind es 14 Kilometer. Dazu braucht er mit dem Auto gut zwei Stunden im täglichen Stop-and-go.

"Heuer kamen 430 Kinder an Fronleichnam zur Erstkommunion. Ich musste davor 430 Beichten abnehmen", berichtete er. Der erst Gottesdienst des Tages um 7 Uhr sei immer voll. "Da ist die Hitze noch einigermaßen erträglich." Um 10 Uhr käme nur mehr die Hälfte und um 17 Uhr nur mehr einige Jugendliche.

Zu den Aufgaben des Missionars gehörten unter anderem die Betreuung verschiedener Gruppen, die Krankenseelsorge und Beerdigungen. "Die finden immer zu Hause bei den Angehörigen statt und sind grundsätzlich um 14 Uhr in der größten Hitze", bedauerte er. Zentrale Friedhöfe gebe es nicht in Uganda. Es könne schon mal sein, wie kürzlich bei der Bestattung eines bei einem Verkehrsunfall getöteten 14-jährigen Mädchens, dass gut 2000 Menschen zur Trauerfeier kämen.

Stanisalus macht sein Arbeitspensum in der Tageshitze zu schaffen. "Nach einem zweistündigen Gottesdienst bist du platt." Da Matugga 1200 Meter hoch liege, seien wenigstens die Nächte etwas kühler. Die Nähe zum Äquator sorge dafür, dass die Sonne um 6.20 Uhr aufgehe. Um 18.20 Uhr werde es jeden Tag Nacht. Welche Temperaturen tagsüber erreicht werden, kann er nicht genau sagen, denn es gibt kein Thermometer und auch keine Wettervorhersagen. "Auf jeden Fall ist es immer heiß, jedoch eine trockene Hitze."

Das Essen sei einfach und so gut wie fleischlos. "Es gibt Gerichte aus süßem Maniok oder Grünbananen. Am Sonntag kämen öfter Reis oder "Poshjo", ein Maisbrei, auf den Tisch. Dazu gebe es zwei Soßen aus Bohnen oder Erdnüssen. Etwas Besonderes für Festtage seien "Djabate", in der Pfanne Gebratenes auf Mehlbasis oder "Rollex", eine Art Frühlingsrolle.

Gleich zweimal habe es Pater Stanislaus gesundheitlich erwischt. Einmal mit Malaria, ein andernmal litt er an einer Art Typhusfieber. Vielleicht ist auch das einer der Gründe, warum der Geistliche im Gesicht etwas schmäler geworden ist. Aber er fühlt sich wieder gesund.

Abenteuerliche Medizin

Kliniken gibt es so gut wie keine und wenn, dann erlebe man dort abenteuerliche Geschichten. "Oft trifft man in einer Ein-Raum-Klinik auf Behandelnde, da möchte man lieber nicht wissen, welche medizinische Ausbildung die haben. Ein normaler Mensch kann sich auch eine Behandlung kaum leisten. Eine Krankenversicherung gibt es nicht, und der Verdienst ist absolut gering." Deshalb laufen die Planungen für den Bau eines Missionskrankenhauses in Matugga, ähnlich dem in Kakooge, auf Hochtouren.

Kontakt zur Oberpfalz hat Pater Stanislaus immer via Internet gehalten. "Wenn es dann auch mal Strom gibt." Besuch bekam er heuer von einer Studentin aus Weiden, die sich für ein Semester in Ruanda aufhielt und ihn auf der Reise nach Kenia besuchte. Trotz allen Widrigkeiten geht der Missionar nach seinem Aufenthalt in St. Felix wieder gerne nach Uganda zurück. Besonders das Schicksal der Kinder liegt ihm am Herzen. Es gibt dort viel Arbeit für ihn. "Aber man bekommt durch die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit vieler Menschen etwas zurück."

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