11.05.2018 - 16:06 Uhr
Oberpfalz

Pechsträhne des Handbike-Teams beim Nofi-Lauf Sie rocken, aber rollen nicht

Alle sagen, Maximilian Zeus war der schnellste beim Nofi-lauf. Das stimmt gar nicht: Die Handbiker waren schneller. Das Team erlebte aber einen Tag voller Pannen.

Nass und leicht gestresst gehen Trainer Stefan Kessler (links) und das Handbike-Team am Mittwoch an den Start. Für sie ist es ein Tag voller Pannen. Doch sie freuen sich schon auf den nächsten Nofi-Lauf in Weiden. Bild: Götz
von Beate-Josefine Luber Kontakt Profil

Neustadt/Weiden. Während die meisten der knapp 6000 Läufer noch ihre Beine spüren, haben die Handbiker vor allem die Arme trainiert. Stefan Kessler ist Trainer und Mitgründer des Vereins "rollactiv Handbike". Der 53-Jährige erzählt, warum es diesmal nicht rollte.

Wie geht's Ihren Armen?

Stefan Kessler: Meinen geht's ziemlich schlecht. Mich hat es aber auch voll erwischt. Alle unsere Handbikes sind ja mit Elektromotor. Der hat bei mir aber nach zwei Kilometern den Geist aufgegeben. Ich konnte nur noch mechanisch weiterfahren. Bei der Strecke in Neustadt war das hart. Oft kamen Abstiege, nach einer spitzen Kurve ging es wieder bergauf. Da müssen wir das Bike runterbremsen und dann von Null beschleunigen. Es ist einfach nicht so gut gerollt.

War das die einzige Panne?

Leider nicht. Bei uns ging es schon vor dem Start los. Wir sind von Weiden nach Neustadt mit den Handbikes gefahren. Beim ersten Gewitterschauer sind wir klitschnass geworden. Handbikes im Regen sind ungünstig, die Räder spritzen einen nass von hinten und von vorne. Zur Nässe kam noch Dreck dazu, als es durch den Wald ging. Schon auf dem Hinweg haben wir den ersten von acht Fahrern verloren. Der hatte einen Platten im Wald. Das war schon stressig. Am Ende mussten wir ihn im Wald zurücklassen, weil das Flicken eine halbe Stunde vor der Veranstaltung zu knapp gewesen wäre. Deshalb sind wir erst kurz vor Start angekommen, nass und dreckig. Wir waren noch unkonzentriert, als der Countdown los ging.

Wie ging oder rollte es weiter?

Die Pechsträhne riss nicht ab. Nach zwei Kilometern fiel mein E-Bike aus. Nach drei Kilometern hatten wir den ersten Sturz. Nach einer Kurve musste Thomas Mückl einem Zuschauer ausweichen und ist voll in eine Böschung gefahren. Zum Glück ist er einer, der gehen kann. Mithilfe anderer Zuschauer hat er das Bike rausgezogen und ist weitergefahren.Wir waren froh, als wir alle heil im Ziel angekommen sind.

Sind alle Handbiker gehbehindert?

Wir sind eine gemischte Gruppe. Die Wurzel ist Rollstuhl-Basketballmannschaft "rollactiv baskets oberpfalz". In diesem Bereich gibt es keine Trennung. Wir sagen zu den einen "Fußgänger", zu den anderen "Rollstuhlfahrer". Wir fahren mit den gleichen Geräten". Die einen benutzen das Handbike als Sportgerät, andere sitzen immer im Rollstuhl.

Wie schnell fahren Sie denn mit den Handbikes?

Die schnellste gemessene Zeit am Schulberg waren 70 Kilometer pro Stunde, aber das ist die absolute Ausnahme. Im Schnitt fahren wir so um die 20 Stundenkilometer.

Dann behalten Sie den Nofi-Lauf in nicht so guter Erinnerung?

Nein, das war trotzdem sehr schön. Wir haben als Handbiker unseren Rhythmus nicht gefunden, aber das hat nichts mit der Veranstaltung zu tun. Die ist wie immer super gewesen. Unser großer Befürworter ist ja der Norbert Tannhäuser aus dem Organisationsteam. Der hat vor drei Jahren gesagt: "Ich will euch mit dabei haben." Das ist eine super Gelegenheit, uns als Handbike-Gruppe präsentieren zu können. Und wir freuen uns richtig auf nächstes Jahr. Da ist der Nofi-Lauf ja wieder in Weiden, und das ist unsere Lieblingsstrecke, schön flach und vor der Tür.

Training

Die Handbike-Team "rollactiv Weiden" trifft sich immer am Mittwoch um 9.30 Uhr bei "rollactiv" in Weiden, Esperantostrasse 1. Anmeldungen unter Telefon 0961/63458310. (blu)

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