Pferde-Retter mit "PM-Award" ausgezeichnet
Zum Wohle des Pferdes

Thomas Ecker und Hengst "Harley" sind unzertrennlich. Dem Hengst und den Stuten geht es seit der Rettung sichtlich besser. Bild: szl
 
"Sehr, sehr schwer" ist die Statue, die Laudatorin Gabriele Heydenreich übergibt: Thomas Ecker, Tanja Schaffarz und Julia Budnik (von links) gewannen die Trophäe in der Kategorie "Retter in der Not". Bild: hfz/Foto Kaup

Sie heißen Callie, Mui, Sarita und Harley. Mager sehen sie aus, wie sie so mit teilnahmslosem Blick mitten in ihrem eigenen Mist stehen. Drei beherzte Tierliebhaber können das nicht mehr mit ansehen. Sie retten die Pferde. Dafür erhalten sie nun einen Preis.

Einen fürchterlichen Anblick boten die Tiere noch im August. Seit Jahren hatte sie der Besitzer vernachlässigt. Grund war seine finanzielle Schieflage. Mittlerweile galoppieren die drei Stuten und der Hengst munter auf der Wiese. Vor fünf Monaten nahmen sich Tanja Schaffarz aus Weiherhammer, Julia Budnik aus Theisseil und Thomas Ecker aus Weiden der Pferde an.

Dafür bekam das Trio den "PM-Award" (Pferd und Mensch) verliehen. Zum zweiten Mal zeichnet die "Deutsche Reiterliche Vereinigung" Personen oder Gruppen aus, die sich für das Wohl der Pferde einsetzten. Die Kategorien sind "Retter in Not", "Verdienstvoller Förderer" und "Gemeinsam engagiert". Petra Teegen vom Tierschutzverein "Pferdeklappe" in Schleswig-Holstein schlug die Freunde aus dem Landkreis vor. Von ihr bekamen die Oberpfälzer von Anfang an große Unterstützung. Unter 30 Mitbewerbern setzten sich Schaffarz, Budnik und Ecker durch und gewannen die anschließende Abstimmung.

Mit Hilfe von Teegen organisierten und finanzierten die drei die Umsiedelung der Pferde, bestellten Hufschmied und Tierarzt. Hohe Kosten kamen auf sie zu: Für Spezialfutter, Tierarzt und Stall. Sie sind sowohl auf Geld- als auch auf Sachspenden angewiesen, um den vier Tieren bessere Lebensumstände zu ermöglichen. Das beeindruckte auch die Jury der Vereinigung. Im Sophiensaal in Warendorf, bei Münster, kamen Preisträger, Nationaltrainer, und Größen des Reitsports zusammen. Für die Laudatio, die Gabriele Heidenreich, Vorstandsmitglied im Pferdesportverein Hannover, für die Oberpfälzer hielt, wurde sogar ein vierminütiger Film gedreht.

Unvorhergesehne Probleme

Eine etwa 30 Zentimeter große Skulptur nahmen sie mit nach Hause, die der Künstler Wolfgang Lamché eigens anfertigt hatte. Der Sockel ist aus schwarzem Granit, auf dem ein Pferd aus Silber und Messing steht. "Die sechsstündige Fahrt war es wert. Die Feier war großartig", ist sich das Trio einig. Auch der Gesundheitszustand der Pferde verbessert sich: "Sie legen an Gewicht zu, werden agiler. Arthrose und Huf-Fehlstellungen bekommen wir in den Griff", meint Ecker. Es gibt mittlerweile Pflegebeteiligungen, die auch finanziell unterstützen. "Obwohl die Stuten zutraulicher werden und sich wohlfühlen, klappt es nicht, sie in die Herde zu integrieren", sagt Schaffarz. Auch der ehemalige Eigentümer der Pferde, der sich immer noch kümmert und mit einbezogen wird, ist sich oft uneins mit dem Stallbesitzer. "Deswegen kommen die Stuten in einen anderen Stall, wo auch Harley untergebracht ist." Zudem entdeckte der Tierarzt bei Callie nun Leberschäden. "Vieles ist altersbedingt", erklärt Ecker. Erneut kommen un- vorhergesehene Kosten auf das Trio zu.

Der Hufschmied Christopher Kelley aus Vilseck sicherte zu, seine Arbeit für die gute Sache kostenfrei zu machen. Trotz vieler Unterstützung werden die beherzten Retter immer wieder angefeindet. Dennoch geben die Drei nicht auf. "Ich möchte die Pferde nicht mehr missen", sagt Ecker.





Die GewinnerDie Deutsche Reiterliche Vereinigung verleiht den "PM-Award" in drei Kategorien. Den Preis "Retter in Not" bekamen die Oberpfälzer Tanja Schaffarz , Julia Budnik und Thomas Ecker für ihre Rettung von vier verwahrlosten Pferden. "Verdienstvoller Förderer" ist Brigitte Forstner aus Wasserburg am Inn. Ihre Ammenstute ermöglichte in den letzten Jahren 19 Waisenfohlen einen artgerechten Start ins Leben. Preisträger in der Kategorie "Gemeinsam engagiert" sind "Ärzte im Reitsport". Das fünfköpfige Team setzt sich für bessere und schnellere medizinische Versorgung bei Reitsport-Unfällen ein und schulte bereits über 100 Ärzte und Rettungsmitarbeiter. (szl)
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