01.06.2017 - 19:08 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Pfingsten nicht nur das Fest des Heiligen Geists "Pfinstl" und Pfingstfeuer

Die Christen feiern am Wochenende Pfingsten, das Fest des Heiligen Geistes. Aber auch weltliche Bräuche gibt es, mit denen die Menschen seit Jahrhunderten den Frühling begrüßen.

Der Hochaltar in St. Quirin hat die Form eines Akanthusalters und zeigt die Szene des Pfingstfests: Der Heilige Geist kommt auf Maria und die Apostel herab. Bild: Schönberger
von Martin Staffe Kontakt Profil

Neustadt/Weiden. An Pfingsten endet 50 Tage nach der Auferstehung und 10 Tage nach Christi Himmelfahrt die Osterzeit. Der Name entstammt dem griechischen Wort für 50 - pentecoste. Laut Bibelüberlieferung kam der Heilige Geist auf die in Jerusalem versammelten Jünger, Apostel und Maria in Form von Feuerzungen und begleitet von gewaltigem Brausen herab. Sie konnten plötzlich in fremden Sprachen reden.

Der Hochaltar der Wallfahrtskirche St. Quirin in Ilsenbach stellt dieses Geschehen eindrucksvoll dar. Hier versammeln sich die Gläubigen schon heute um 20 Uhr zum Pfingstgebet. Es steht unter dem Leitwort "dass erneuert werde das Antlitz der Erde". Dazu gehören Gedanken zu den sieben Gaben des Heiligen Geistes. Anschließend gibt es Pfingstplätzchen und Samenpäckchen von Renovabis.

Pfingstschwanzfahren

Ein seit über 150 Jahren praktiziertes Ritual ist am Pfingstmontag das Lennesriether Pfingstschwanzfahren - mit Peitschenknallen und Musik. Die jungen Burschen marschieren ab 14.30 Uhr mit Lederhosen, kariertem Hemd, Hut und Flederwisch durch die Straßen und haben ihre Goaseln parat. Wer am Morgen als letzter aus dem Bett steigt, muss den Pfingstschwanz machen und bekommt den Jutesack über den Kopf gestülpt. Der "müde Sack" muss zur Strafe munter springen. Es soll ihm ja schließlich die Faulheit ausgetrieben werden. Obendrein wird das tanzende Opfer mit Wasser begossen. Der arme Tropf wird auf einem alten Mistkarren voller Schadenfreude von Haus zu Haus geschoben.

Diesen Brauch hält auch die Landjugend Tröbes im Markt Moosbach aufrecht. Die jungen Leute ziehen am Pfingstmontag um 20 Uhr mit einem mit Birken und bunten Bändern geschmückten Handwagen durchs Dorf und sagen einen lustigen Spruch auf. Mitten drin der verschnürte Pfingstschwanz, der "Pfinstl". Die Gaudiburschen und -mädchen bitten um eine Spende, die für einen guten Zweck verwendet wird. Am Schluss wird unter großem Hallo das Geheimnis des Pfingstschwanzes gelüftet.

Flurprozessionen

Schon zum 52. Mal gibt es am Pfingstmontag um 9 Uhr in Kemnath am Buchberg den Pfingstritt der Haflingerzüchter und Pferdefreunde.

In Neustadt/WN steigen am Pfingstsonntag die Turmbläser auf den Turm der Stadtpfarrkirche St. Georg und erfreuen um 8.15 Uhr die Zuhörer mit Weisen zum Pfingstfest. Beim anschließenden Festgottesdienst um 9.15 Uhr erklingt die Turmbläsermesse von Fridolin Limbacher.

Eine Vigilfeier mit Pfingstfeuer gibt es bereits am Samstagabend in Hütten . Ein Pfingstfeuer entzündet am Sonntag auch die Pfarrei St. Johannes in Weiden am ehemaligen Sportplatz. Voraus geht um 17 Uhr ein Jugendgottesdienst mit Firmlingen.

In vielen Pfarrgemeinden hat sich die lange Tradition der Flurprozessionen erhalten. Die Gläubigen ziehen durch den Ort und bitten an vier Altären um Gottes Segen. Besonders feierlich ist dieser Umgang am Pfingstmontag in Püchersreuth , wo die Bläser der Weidener Stadtpfarrei St. Elisabeth musizieren. Die spielen auch hinterher beim Gartenfest vor der Wallfahrtskirche St. Quirin auf. Große Flurprozessionen gibt es auch in Waldthurn , Pressath , Waidhaus , Moosbach und Wilchenreuth . Die Weidener Pfarrei St. Josef pilgert am Montagfrüh nach Tröglesricht, anschließend wird gefeiert.

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